Feuerwehr-Einsätze

App informiert über Einsatz: Rückblick auf das Feuerwehrjahr in der Samtgemeinde

Fehlalarm in der Tankstelle Dransfeld: Die Alarmanlage setzte Rauch frei. Ein Feuer gab es nicht.
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Fehlalarm in der Tankstelle Dransfeld: Die Alarmanlage setzte Rauch frei. Ein Feuer gab es nicht.

Das Jahr 2021 war für die Dransfelder Feuerwehr nicht einfach. Corona machte es den Mitgliedern in den vergangenen Monaten nicht leicht.

Samtgemeinde Dransfeld – „Das vergangene Jahr war feuerwehrseitig eindeutig durch Absagen geprägt“, berichtet Matthias Freter, Sprecher der Samtgemeindefeuerwehr. Denn neben den Einsatz- und Ausbildungsdiensten konnten weder Wettbewerbe noch Zeltlager oder Seniorentage stattfinden. Aufgrund der fehlenden Dienste bei coronabedingt abgesagten Veranstaltungen sank die Zahl der Einsätze auf 87 – 24 weniger als 2020 und 63 weniger als 2019. Zudem blieb die Samtgemeinde auch von größeren Unwetterereignissen verschont.

Eine Neuerung gab es noch Ende des Jahres mit der Einführung der Smartphone-Alarmierung für Einsatzkräfte. Damit können sich die Führungskräfte zum Beispiel einen Überblick verschaffen, welche Feuerwehrleute sich im Einzugsbereich befinden und im Notfall schnell beim Feuerwehrhaus sein können, erklärt Freter. So könne zeitnah entschieden werden, ob eine Alarmierung von umliegenden Wehren nötig ist.

Jahr 2021: Schwere Einsätze für die Ehrenamtlichen

„Es handelt sich hierbei allerdings nur um eine Ergänzung und soll die bestehenden Systeme wie Sirenen und Funkmeldeempfänger keineswegs ablösen.“ Von den vielen Einsätzen im Laufe eines Jahres bleiben einige wahrscheinlich länger in Erinnerung als andere.

Ein besonders schwerer Einsatz war ein tödlicher Unfall zwischen Jühnde und Meensen für die Ehrenamtlichen. „Zwei Notfallseelsorger führten noch an der Einsatzstelle erste Gespräche mit den Rettungskräften. Eine Nachversorgung erfolgte über die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte“, berichtet Freter.

Jahresabschluss 2021: Simon Kühne (Ortsbrandmeister Löwenhagen), Karsten Beuermann (Gemeindebrandmeister), Stefanie Freitag (Ordnungsamt), Carsten Degenhardt (Stellv. Gemeindebrandmeister) und Mathias Eilers (Samtgemeindebürgermeister) vor einer Übersicht der neuen Smartphone-Anwendung Divera 24/7.

Die Fehlfunktion der Alarmanlage in der Esso-Tankstelle Dransfeld bezeichnet er als „den kuriosesten Einsatz des Jahres“. Zwar war ein Brand gemeldet, doch der Rauch im Verkaufsraum entpuppte sich schnell als Nebel, der im Falle eines Einbruchs ausgelöst werden sollte.

Zunehmend erschwert wird die Arbeit durch die fehlenden Lehrgänge, berichtet Freter. Mit der Teilnahme an der Truppmannausbildung haben zehn Teilnehmer den ersten Schritt in die Feuerwehr getan. 19 Einsatzkräfte haben sich bei Atemschutz-, Sprechfunk- und Maschinistenlehrgängen fortgebildet, sowie 13 weitere bei Lehrgängen zum Trupp-, Gruppen- und Zugführer.

Wegen Corona: Keine Lehrgänge für die Feuerwehr

„Gegenüber früheren Jahren sind das sehr geringe Zahlen, zumal einige Lehrgangsarten noch gar nicht wieder stattgefunden haben und hier langsam ein echtes Defizit entsteht.“ Dennoch sind von 117 Atemschutzträgern 89 einsatzbereit.

Das Jahr 2022 steht nun bei der Feuerwehr unter dem Motto „Feuerwehr – Team, Talent, Technik!“. In der Samtgemeinde wird die Freiwillige Feuerwehr Dransfeld 140 Jahre alt und auch die Samtgemeindefeuerwehr feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Für Matthias Freter sind das „fünf Jahrzehnte in denen die Ortsfeuerwehren ihre Identität bewahrt haben, eigenständig geblieben, aber dennoch zusammengewachsen sind.

Durch gemeinsame Dienste, teils große Einsätze, Wettbewerbe, Veranstaltungen, Projekte und enge Zusammenarbeit hat sich die Erkenntnis ergeben, dass die Gemeinschaft unsere größte Stärke ist.“ (Kim Henneking)

87 Einsätze der Feuerwehr

6 Mal forderten Nachbargemeinden Hilfe aus der Samtgemeinde Dransfeld an. Die Drehleiter wurde beim Großbrand in Hann. Münden und einem Scheunenbrand in Sieboldshausen benötigt. Der Gerätewagen-Mess kam bei einem Chloraustritt in Adelebsen und Gefahrgutaustritt in Volkmarshausen zum Einsatz. Die Feuerwehren Dransfeld und Jühnde leisteten Amtshilfe bei der Bombenräumung in Göttingen.

10 Fehlalarme gab es 2021. Fünf durch gewerbliche Brandmeldeanlagen.

15 Brände löschten die Einsatzkräfte, darunter ein Entstehungsbrand, zwei Klein- und drei Mittelbrände. Dazu gehörte ein Pkw-Brand auf der Straße in Richtung Barterode im Winter, ein Scheunenbrand bei Barlissen und der Brand der Bauerbrunnenhütte bei Wellersen.

15 Einsätze gehören zur Kategorie „Sonstige“. Darunter fallen Türöffnungen, Personensuchen, Pkw-Bergungen aus Schneeverwehungen und Tiereinsätze.

41 Mal leisteten die Feuerwehrleute Hilfe. 15 Mal infolge von Verkehrsunfällen, hierbei gab es zwölf Verletzte und einen Toten. 13 Mal bereinigten sie Ölverschmutzungen. Neun Mal rückten die Einsatzkräfte bei Extremwetter aus – wegen umgestürzter Bäume, abgebrochener Äste und Wasserschäden. Vier Mal wurde der Rettungsdienst unterstützt.

669 Mitglieder zählt die Feuerwehr in der Samtgemeinde Dransfeld. Dazu gehören 99 Kinder (15 mehr als 2020), 87 Jugendliche (minus drei), 343 Aktive (minus sieben), 16 Musiker (minus eins), 124 Alterskameraden (minus elf). Unterstützung erhalten sie von Mitgliedern in Kameradschaften und Fördervereinen.

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