Auf den Spuren von Heinrich Heine

Tour auf dem Harzer Hexenstieg von Osterode im Kreis Göttingen nach Thale

Besondere Lichtstimmung: Schon Heinrich Heine beschrieb die Landschaft des Harzes, als er vor fast 200 Jahren das Gebirge durchquerte und das Erlebte in seinem Werk „Die Harzreise“ niederschrieb.
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Besondere Lichtstimmung: Schon Heinrich Heine beschrieb die Landschaft des Harzes, als er vor fast 200 Jahren das Gebirge durchquerte und das Erlebte in seinem Werk „Die Harzreise“ niederschrieb.

Der Harzer Hexenstieg verbindet Osterode im Kreis Göttingen mit Thale in Sachsen-Anhalt. Packende Geschichte und mystische Orte begleiten den Wanderer.

Landkreis Göttingen – Nebelschwaden ziehen über die Gebirgslandschaft, die sich bis zum Horizont erstreckt, die Sonne taucht die Szenerie in ein rotes Licht: Noch heute kann der Wanderer die Lichtstimmung, die Heinrich Heine einst erlebte, nachempfinden, wenn er auf dem Brocken übernachtet:

Heller wird es schon im Osten – durch der Sonne kleines Glimmen, weit und breit die Bergesgipfel in dem Nebelmeere schwimmen.“

Heinrich Heine (1797-1856) in seinem Werk „Die Harzreise“

Der Berg ist der Höhepunkt des Harzer Hexenstiegs, der Osterode im niedersächsischen Landkreis Göttingen mit Thale in Sachsen-Anhalt verbindet. Dabei zeigt der Weg die geografischen, kulturellen und historischen Besonderheiten einer seit 30 Jahren zusammenwachsenden Region.

Alte Handelswege im Oberharz

Von Osterode aus führt der Weg in den Oberharz. Ein letzter Blick zurück auf die Dächer der Stadt. Es geht in den Wald. Hier, in den unteren Lagen des Harzes, ist das noch Mischwald. Die Trockenheit der vergangenen Jahre ist aber auch diesen Bäumen anzusehen. Am Wegesrand taucht eine Figurengruppe auf.

Sie zeigt eine Frau mit einem großen Korb, eine sogenannte Kiepe. Mit diesen Körben transportierten vor allem Frauen in vergangenen Zeiten Waren in den abgelegenen Oberharz. Heute lädt die Figurengruppe zu einer Rast am Wegesrand ein. An Buntenbock vorbei erreicht der Wanderer langsam die höheren Lagen des Harzes.

Am Weltkulturerbe Oberharzer Wasserregal

Weiter geht es entlang der Teiche und Wassergräben des UNESCO-Welterbes Oberharzer Wasserwirtschaft. Die künstlich angelegten Gräben begleiten den Wanderer auf dem Weg in Richtung Altenau. Das umgeleitete Wasser diente unter anderem dazu, große Wasserräder anzutreiben, um das Grubenwasser aus den Schächten zu befördern.

Das Prinzip bestand also darin, Wasser durch Wasser zu heben. In der alten Bergstadt Altenau endet für den Redakteur die erste Etappe der mehrtägigen Tour.

Über den Brocken im Harz

Hinter Altenau werden die Folgen der Trockenheit offenbar: Hier hat der Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet. Über eine Umleitung, vorbei an umgestürzten Bäumen kommt Torfhaus in den Blick. Im Nationalpark Harz bleiben die abgestorbenen Fichten liegen, der Wald soll sich zur Wildnis entwickeln. Trotzdem wirken die gräulichen Baumstümpfe gruselig.

Hinter Torfhaus blieb bis zum Fall des Eisernen Vorhangs der Weg versperrt. Hier verlief bis 1989 die Zonengrenze. Nur ein sehnsüchtiger Blick zum Brocken war möglich. Das hat sich geändert: Mittlerweile pilgern jedes Jahr Tausende Besucher auf den Berg. Schierke, das während der deutschen Teilung als kleines Dorf vom Wurmberg aus zu sehen war, hat sich zum Urlaubsort herausgeputzt. Die Etappe am folgenden Tag führt an den Klippen des Trudensteins entlang. Es öffnet sich der Blick über große Teile des Ostharzes.

Der Name Trudenstein soll sich von „Trute“ für Hexe oder Zauberin ableiten. Der Trudenstein soll den Maler Caspar David Friedrich (1774-1840) zu einer Felsenformation in seinem Gemälde „Der Watzmann“ inspiriert haben.

Der Trudenstein bei Schierke: Die Bezeichnung soll sich von einem alten Wort für „Hexe“ herleiten.

Durch das Tal der Bode nach Thale im Harz

Nach Thale geht es in der letzten Etappe des Harzer Hexenstiegs durch das Bodetal. Wie in einem Canyon hat sich der Fluss tief in das Gestein eingegraben. Über die Teufelsbrücke erreicht der Redakteur Thale am Nordrand des Harzes. Von der Grenze ist kaum noch etwas zu spüren. Der Harz hat sich zum gesamtdeutschen Tourismusmagnet entwickelt.

Auch in Nordhessen gibt es Wege, die spannende Entdeckungen in der Natur bieten, wie beispielsweise die wiedereröffnete Himmelsleiter.

Von Thomas Schlenz

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