Verkehrsverbünde stellten sich Bürgerfragen

Kritik an neuen Buslinien in Staufenberg

Schülerin besteigt Bus
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Verärgerung: Der neue Fahrplan des NVV bringt für Staufenberg zwar auch Verbesserungen, aber in einigen Dörfern sehen die Menschen deutliche Nachteile.

Staufenberg – Das hat es so in den vergangenen Jahren nicht gegeben: einen Busgipfel im Staufenberg. Moritz Müller vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) und Ulrich Peter vom Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) stellten sich den Fragen zum neuen Bus-Fahrplan, der am 13. Dezember in Kraft tritt.

Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein hatte dazu eingeladen, nachdem sich Bewohner aus mehreren Dörfern darüber beklagt hatten, dass sich ihre Anbindung in Richtung Kassel deutlich verschlechtern würde. Für Schüler aus Sichelnstein, Dahlheim, Escherode und auch Nienhagen würde es praktisch unmöglich werden, mit Bus und Bahn pünktlich zur ersten Stunde in ihren Schulen zu sein. Das gelte für das Engelsburg-Gymnasium ebenso wie für die Herderschule, das Friedrichsgymnasium oder auch die Albert-Schweitzer-Schule. Vor allem dieser Punkt stieß bei Eltern auf Unverständnis.

Aus allen betroffenen Ortsteilen hatte die Verwaltung aus den Reihen der Beschwerdeführer einen Vertreter gebeten, an dem Gespräch teilzunehmen. Wegen der Coronaschutzmaßnahmen war die Teilnehmerzahl auf maximal 15 begrenzt. Marc Pape aus Benterode, der selbst Busfahrer ist und nach dem Fahrplanwechsel auch auf einer Route in Staufenberg unterwegs sein wird, hat dabei die Koordination übernommen. Er sei die Schnittstelle zwischen Bürger und Verwaltung gewesen, so Andreas Marte von der Gemeinde Staufenberg.

Es war eine sehr sachliche und informative Runde im Rathaus in Landwehrhagen. Müller und Peter hörten zu, gaben Hinweise, erläuterten und zeigten auch Grenzen auf. So stünden für das Angebot im Bereich Niestetal, Staufenberg und Nieste 16 Busse zur Verfügung. Für sie stehe die Finanzierung. Wenn diese Fahrzeuge ausgelastet seien, gebe es so gut wie keine Spielräume mehr.

Aber sie nahmen auch Anregungen mit und ganz konkrete Prüfaufträge. Dazu gehörte die Frage, wie die Schüler aus Sichelnstein, Dahlheim, Escherode und Nienhagen pünktlich zur ersten Schulstunde in Kassel sein können.

Bei den Planungen des NVV war offenbar übersehen worden, dass sich im Dezember auch der Zugfahrplan ändern wird. Derzeit fährt ein Zug um 7.16 Uhr von Speele nach Kassel zum Hauptbahnhof, nach dem Fahrplanwechsel aber schon um 7 Uhr. Für den Bus war aber geplant, Speele erst um kurz nach 7 Uhr zu erreichen. Nach Rücksprache mit dem Busunternehmen teilte uns Moritz Müller gestern mit, dass nun klar sei, dass der Bus früher nach Speele fahren werde, damit die Züge nach Kassel (Abfahrt 7 Uhr) und Hann. Münden (Abfahrt 6.59 Uhr) erreicht werden können.

Für eine Mutter aus Nienhagen ist dass allerdings keine Option. Sie habe kein gutes Gefühl dabei, wenn ihre zwölfjährige Tochter allein durch den Kasseler Hauptbahnhof läuft und dann dort auf die Tram wartet. Derzeit nimmt das Mädchen den Bus bis zum Platz der Deutschen Einheit, dann die Straßenbahn zum Kasseler Rathaus und geht dann zu Fuß zum Friedrichsgymnasium. Diese Verbindung nach Kassel wird ab dem 13. Dezember nicht mehr angeboten. Für die Nienhägerin eine deutliche Verschlechterung.

Mitte/Ende November sollen alle Änderungen in den neuen Fahrplan eingearbeitet sein. Dann können die Staufenberger noch einmal das Angebot prüfen und gegebenenfalls erneut deutlich protestieren.

Von Ekkehard Maass

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