Parkende Autos und Ordnung immer im Blick

Auf den Straßen von Münden: Unterwegs mit dem Ordnungsamt

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Unterwegs in Hann.Münden: Dieter Röthig überwacht den sogenannten ruhenden Verkehr. Wenn es nicht klappt, den Halter ausfindig zu machen, muss die Notbremse gezogen werden.

Vermutlich jeder Mündener hat ihn schon einmal gesehen: Dieter Röthig ist bekannt. Seit einem Jahr kontrolliert er als Mitarbeiter des Ordnungsamtes den sogenannten ruhenden Verkehr.

Gemeint sind damit geparkte Fahrzeuge. Der 62-Jährige ist ohnehin eine markante Erscheinung. Bart und graue Haare verleihen ihm eine spezielle Note, geben ihm ein souveränes Antlitz. Röthig weiß, dass es nicht jedem gefällt, wenn er Knöllchen an die Windschutzscheibe hängt, weil ein Fahrer keinen Parkschein gezogen hat oder die Zeit abgelaufen ist.

Das führe, wenn auch selten, schon mal zu einer Beleidigung. „Das ist menschlich, schließlich verteile ich ja keine Geschenke.“

Der Umgang mit den meisten Verkehrsteilnehmern sei aber völlig unproblematisch, sagt Röthig, „nur, wenn einer Knöllchen-Horst zu mir sagt, reagiere ich empfindlich“. Denn so sehe er sich nicht. Was er mache, sei schließlich seine dienstliche Aufgabe. „Ich rede mit den Menschen und die sind dann in der Regel auch einsichtig. Wenn ich gerade jemanden aufschreibe und ich kurz darauf sehe, dass er einen Parkschein holt, ist das für mich in Ordnung.“

Es gebe in Münden aber auch notorische Parksünder, so Röthig. Diese erhalten immer wieder einen Strafzettel. Ein Lerneffekt hat sich bei ihnen bisher nicht eingestellt.

In seinem ersten Jahr als Straßenhüter mussten vier Fahrzeuge, die Zuwege blockierten, abgeschleppt werden. Bis es zu einem solchen Schritt komme, versuche er aber zunächst, den Halter des Autos zu ermitteln. Ein enger Kontakt zur Polizei ist da hilfreich. „Wenn es nicht klappt, den Halter ausfindig zu machen, muss die Notbremse gezogen werden“, sagt Röthig.

Ihm kommt der geschulte Blick eines Feuerwehrmanns zugute. Seit 1971 ist der gebürtige Franke, der in Gimte lebt und Südniedersachsen längst als seine Heimat betrachtet, bei der Feuerwehr aktiv. Röthig, seit 2012 Stadtbrandmeister, sieht schnell und genau, wann ein Wagen einem Einsatzfahrzeug von Feuerwehr, Rettungswagen oder Polizei im Weg stehen könnte. Dann muss er handeln. Nach einem Jahr als städtischer Ordnungshüter, dem auch wilde Müllhaufen in der Landschaft nicht entgehen, sagt Dieter Röthig: „Die Aufgabe macht mir hundertprozentig Spaß.“

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Kommentare

chrisAntwort
(1)(1)

Komisch nur das Sie immer das Gegenteil in Ihren anderen Kommentaren schreiben ! Was stimmt denn nun ?

Szykowski ManfredAntwort
(1)(0)

Hinsichtlich des Parkverhaltens muss ich recht geben und man könnte die Liste der Orte auch noch sehr lange fortsetzen. Es ist aber auch bekannt, das man trotz viel Personal in der Verwaltung, gerade in diesem Bereich doch sehr dünn besetzt ist. Es also eine hohe Chance gibt, nicht erwischt zu werden. Und wenn man dann bedenkt, das die Stadt ja chronisch Pleite ist, kann man nicht nachvollziehen, warum gerade hier nicht mehr getan wird. Vielleicht sollten da mal entsprechende technische Mittel (App) eingesetzt werden, um Abhilfe zu schaffen. Aber vielleicht ist es auch Politisch nicht gewollt, das stärker kontrolliert wird, könnte ja die Kunden vertreiben...

IsoldeundTrisAntwort
(0)(1)

Wie sollte das konkret aussehen? Der kleine Zweitwagen des Arztes wird mit einem 5 Euro Knöllchen versehen und der 14 jahre alte Van der siebenköpfigen Familie, die an der Grenze zum Aufstocker-Einkommen ist, kriegt ein Ticket über 35 Euro für das gleiche Vergehen? Und wird der VW Polo in der Grundausstattung anders eingestuft als der Polo in der High End Version? Oder soll bei jedem Verstoß die Einkommenssituation betrachtet werden? Ihr Vorschlag ist in keiner Weise praktikabel und einer gerechten Bestrafung förderlich. Wenn schon, so sollte es bei notorischen Verkehrssündern eine zentrale Datei auch für kleinere Vergehen wie Falschparken geben und beim 4 oder 5 mal innerhalb eines bestimmten Zeitraums ein Fahrverbot geben. Das trifft schon eher alle gleich, auch wenn es sich da der besagte Arzt eher leisten kann auch mal zwei Wochen das Taxi in Anspruch zu nehmen.

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