Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung stellt Projektergebnisse aus

Langzeitarbeitslose gestalten Dekogegenstände aus Abfall in Hann. Münden

Alles aus vermeidlichem Schrott: Im Projekt „Pro Zukunft“der GAB Hann. Münden hat aus ausrangierten Gegenständen neue Dekorationsobjekte gebaut. Das Ganze nennt sich „Upcycling“.
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Alles aus vermeidlichem Schrott: Im Projekt „Pro Zukunft“der GAB Hann. Münden hat aus ausrangierten Gegenständen neue Dekorationsobjekte gebaut. Das Ganze nennt sich „Upcycling“.

Das Klingeln eines Windspiels hallt durch den Raum, bei näherem Hinsehen werden die Einzelteile des Dekorationsgegenstandes sichtbar: Alte Schlüssel hängen an dünnen Kordeln, durch ihr Gegeneinanderschlagen entsteht das Geräusch.

Hann. Münden - Das Windspiel ist einer von mehreren Gegenständen, die von Langzeitarbeitslosen im Zuge des Projektes „Pro Zukunft“ der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) Südniedersachsen aus vermeintlichem Schrott zusammengesetzt wurden. Dieses Prinzip nennt sich „Upcycling“.

Die fertigen Ausstellungsstücke können nun im Schaufenster eines leer stehenden Ladenlokals an der Schmiedestraße 7 in der Altstadt von Hann. Münden besichtigt werden. „Nachhaltigkeit war ein wichtiges Thema“, betont Projektleiterin Marianne Schaumburg von der GAB. Gemeinsam mit Handwerkern und Anleitern, wie Feinwerkmechaniker Jörg Henner, haben die Projektteilnehmer die Ideen umgesetzt. Die Ausstellungsfläche in der Schmiedestraße wurde von der Firma Hausverwaltung und Gebäudemanagement (HuG) zur Verfügung gestellt.

„Der Kontakt kam durch den Bürgertreff zustande“ so Schaumburg. In unterschiedlichen Konstellationen, so Henner, haben die Kandidaten seit Ende 2019 gearbeitet. Herausgekommen ist zum Beispiel eine Stehlampe aus einer alten Wäschetrommel, ein Tisch, ebenfalls aus einer Wäschetrommel und „Alfred der Gärtner“ – eine Figur bestehend unter anderem aus einer Öltonne, die aussieht wie ein Roboter-Gärtner. „An diesem Projekt waren sieben Teilnehmer beteiligt“, sagt Schaumburg. Die aussortierten Materialien wurden gesammelt.

Zwar hätten die Arbeiten während der aktuellen Coronakrise gestockt, doch hätten die Teilnehmer die Zeit zu Hause genutzt, um zu recherchieren.

So sei die Idee mit der Waschtrommel-Stehlampe entstanden. Ein weiteres Objekt, das im Schaufenster ab jetzt vier Wochen lang begutachtet werden kann, ist eine Abfolge von Bildern, auf denen Detailaufnahmen zu erkennen sind. Auf ihnen zu Sehen sind unter anderem ein Feuerlöscher, Treppengeländer und ein Holztor. Bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass jedes Bild einen Buchstaben abbildet, die zusammengenommen „Pro Zukunft“ ergeben.

Auch dieses war Teil des Projektes, so Schaumburg. Ziel von „Pro Zukunft“, so heißt es in einer Mitteilung, der GAB, sei es die individuellen Fähigkeiten der Teilnehmer zu fördern. Dabei stehen handwerkliche Fähigkeiten wie auch mediengestalterische Kompetenzen auf dem Plan, so Projektleiterin Schaumburg. Weitere Inhalte sind Unterricht in den Bereichen Mathematik, EDV und Sprachförderung, Berufskunde, Betriebsbesichtigungen und auch Betriebspraktika. Nach dem Ende der Ausstellungszeit werden die Objekte in der Zentrale der GAB in Münden, dem Haus der Begegnung, ausgestellt. (Jens Döll)

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