Denkmalschutzplakette für historische Hofanlage

Auszeichnung für saniertes Anwesen in Uschlag

Unser Bild Haupthaus des sanierten Anwesens, Kasseler Straße 39, in Uschlag mit Bauherrin Dr. Heidemarie Krüger, Gratulanten, Gästen und Handwerkern am Tag der Auszeichnung mit der Denkmalschutzplakette. 
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Prächtiger Fachwerkbau: Unser Bild zeigt das Haupthaus des sanierten Anwesens, Kasseler Straße 39, in Uschlag mit Bauherrin Dr. Heidemarie Krüger, Gratulanten, Gästen und Handwerkern am Tag der Auszeichnung mit der Denkmalschutzplakette. 

Heidemarie Krüger hat für die Sanierung einer historischen Hofanlage im Staufenberger Ortsteil Uschlag die niedersächsische Denkmalschutzplakette erhalten. Das fast 300 Jahre alte Anwesen war heruntergekommen und stand jahrelang leer.

Uschlag – Jahrelang ist Heidemarie Krüger aus Uschlag an dem Haus an der Kasseler Straße 39 vorbeigefahren und hat sich geärgert, dass es so heruntergekommen ist. „Es war einfach furchtbar“, sagt die 66-jährige Diplom-Soziologin, die in Kassel ein Personalberatungsunternehmen betreibt. Ihr Entschluss reifte, das Gebäude zu kaufen und zu sanieren.

Einen ersten Anlauf unternahm sie bereits 2017. Aber damals sei der Verkauf dann doch nicht zustande gekommen. Zwei Jahre später klappte es dann, und seit Juni 2019 saniert sie das zweigeschossige Fachwerkanwesen, das vermutlich aus dem Jahr 1730 stammt und zu dem auch eine halbrunde Scheune gehört.

Freude über die Auszeichnung: Bauherrin Dr. Heidemarie Krüger und ihr Architekt Friedhelm Flott am Fuß des Hauses mit einem Stein von 1746, der bei den Sanierungsarbeiten gefunden wurde.

Insgesamt 15 Jahre habe die Hofanlage leer gestanden, berichtet Heidemarie Krüger. Jetzt können nicht nur wieder Bewohner einziehen, sondern das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkensemble ist zu einem Schmuckstück des Dorfes geworden. Mitte Dezember überreichte ihr Ina Bohnsack von der Baudenkmalpflege des Landkreises Göttingen für die vorbildliche Sanierung die niedersächsische Denkmalschutzplakette. Im Altkreis Göttingen sei sie erst zum 4. Mal verliehen worden, sagte Ina Bohnsack. Die Plakette sei die Krönung ihrer Arbeit, so Heidemarie Krüger.

Auch Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein und Ortsbürgermeister Carsten Teller waren zum Ortstermin gekommen, um zu gratulieren. Der Architekt für das Projekt ist Friedhelm Flott aus Kassel, der sich auf die Arbeit an denkmalgeschützten Objekten spezialisiert hat. Gearbeitet werde mit historischen Materialien, wie altem Eichenholz, und in traditioneller Handwerkstechnik, sagt Flott. Auf künstliche Materialien wie Plastik werde verzichtet.

Vor der Sanierung: Das Fachwerk lag unter Putz verborgen.

Das Haus in Uschlag habe eine sehr solide Substanz. Nur wenige Balken hätten ausgetauscht werden müssen. Das Eichenholz sei in sehr gutem Zustand. Es seien keine armen Leute gewesen, die das Anwesen vor fast 300 Jahren gebaut hätten.

Heidemarie Krüger vermutet, dass es eine Uschläger Familie mit Mühlenbesitz gewesen ist. Um 1730 seien vermutlich das Haupthaus und die markante halbrunde Scheune entstanden, zehn Jahre später der Hinterhausanbau. Dort haben die Fensterbauer bei den Sanierungsarbeiten noch Ursprungsfenster entdeckt.

Aber das war nicht der einzige besondere Fund: Im Keller lagen zwei Steine, gestaltet wie Kapitelle von Säulen mit den Jahreszahlen 1611 und 1746. Sie könnten von abgerissenen Häusern stammen und als Baumaterial auf den Hof gebracht worden sein, vermutet die Eigentümerin. Zur Sanierung der Anlage gehörte auch, das Fachwerk der Fassade freizulegen, das unter Putz verborgen war. Jetzt bilden Haus und Scheune auch optisch wieder eine Einheit.

Über eine halbe Million Euro habe sie in das Projekt investiert, sagt Heidemarie Krüger. Bei der Auswahl der Handwerker sei es ihr auf Qualität und Regionalität angekommen. Zwei Drittel der Betriebe stammten aus Staufenberg und der Region. Und die Handwerker „liebten das Haus“, erzählt sie. „Sie haben mit großer Freude hier gearbeitet.“ (Ekkehard Maass)

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