An der einstigen Strecke Dransfeld-Göttingen sollen sich Fledermäuse ansiedeln

Bahnhäuschen wird Höhle

Dransfeld. Einsam und verlassen liegt es an der alten Bahnstrecke zwischen Dransfeld und Ossenfeld, unweit der ehemaligen Basaltverladestelle am Gewerbegebiet in der Dehne. Jetzt hat das alte Bahnwärterhäuschen eine neue Bestimmung gefunden: Es soll künftig als Quartier für Fledermäuse dienen.

Nach Stilllegung der Dransfelder Bahn in den 1980er Jahren und dem Rückbau der Gleise war das Haus lange von einem Imker genutzt worden. Als dieser vor einigen Jahren sein Hobby aufgab, wandte sich der Landkreis Göttingen, in dessen Eigentum sich Haus und Grundstück befinden, an den Varloser Fledermausexperten Hans-Joachim Haberstock.

Fenster zugemauert

„Bertram Preuschof von der Unteren Naturschutzbehörde fragte mich, ob man das Gebäude nicht zu einem Fledermaushaus umbauen könnte“, erzählt der Nabu-Naturschutzberater. Nachdem er sich das Haus angesehen und die Idee für gut befunden hatte, habe der Landkreis das benötigte Geld (rund 5000 Euro) zur Verfügung gestellt. „Dafür wurde das Dach komplett erneuert und der Keller zugemauert“, schildert es Haberstock.

Darüber stattete der Varloser zusammen mit freiwilligen Helfern den Gewölbekeller mit höhlenartigen Quartiersteinen für Fledermäuse aus, brachte eine Einstiegsklappe an, nagelte im Raum darüber alte Bretter an die Decke, mauerte Fenster zu und montierte diverse selbst gebaute Holzkästen, so genannte Spaltenquartiere.

Bitte kein Vandalismus

„Auch wenn keineswegs sicher ist, dass hier tatsächlich Fledermäuse einziehen, bin ich doch sehr zuversichtlich“, sagt Haberstock. Wichtig sei, dass die Ruhe der Tiere nicht gestört werde und Vandalismus am Haus, wie er in der Vergangenheit öfters betrieben wurde, unterbleibe. „Dann besteht die Möglichkeit, dass hier das Graue Langohr, die Zwergfledermaus oder die Fransenfledermaus ein Zuhause finden.“ Außerdem sei das Haus bestens als Auswilderungsquartier für Tiere geeignet, die nach einer Verletzung oder Erkrankung wieder genesen seien.

„Insgesamt halte ich dies für eine sehr gute Maßnahme“, betont Haberstock. Der Kreis habe gezeigt, dass ihm etwas daran liege, historische Gebäude wie das Bahnwärterhäuschen nicht einfach verfallen zu lassen. „Nachdem wir jetzt letzte Hand hier angelegt haben, werden wir das Haus sich selbst überlassen“, kündigt Haberstock an.

Allerdings werde er ein- bis zweimal pro Jahr vorbeischauen. „Um zu sehen, ob das Haus von Fledermäusen genutzt wird und gegebenenfalls kleine Schäden auszubessern.“ (per)

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