Beatmung mit Maske erspart Patient Narkose

Christoph 44: Der Rettungshubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) hat seinen Standort an der Uniklinik Göttingen. Foto: Archiv

Landkreis Göttihngen. Göttinger Notfallmediziner setzen mit ihrer vorklinischen Notfallversorgung Maßstäbe. Die Beatmung mit Gesichtsmaske erspart Patienten mit akuter Atemnot die Narkose.

Notfallpatienten vor Einlieferung in die Klinik so intensiv wie möglich vor Ort zu behandeln - dieses Ziel setzen sich die Mitarbeiter der Rettungsdienste in Stadt und Landkreis Göttingen. Und sie sind damit erfolgreich, die Standards der Göttinger Notfallmedizin finden bundesweit Beachtung.

Privatdozent Dr. Markus Roessler, Leiter der Notfallmedizin an der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen, nennt als Beispiel die in Göttingen seit 2005 eingesetzte, so genannte nicht-invasive Beatmung. Früher konnte eine schwere Atemnot nur mit Medikamenten behandelt werden oder der Patient musste in Narkose versetzt werden und über einen Beatmungschlauch beatmet werden. Mit Hilfe der nicht-invasiven Beatmung sei dies nicht erforderlich, da in den meisten Fällen die Beatmung über eine Gesichtsmaske erfolge. Solchen Patienten bleibe eine Narkose erspart und sie müssen seltener oder kürzer auf einer Intensivstation behandelt werden.

Die Ergebnisse der Göttinger Studie zeigten Wirkung: Seit 2009 sind Beatmungsgeräte, mit denen eine nicht-invasive Beatmung möglich ist, auf allen Notarzeinsatzfahrzeugen in Deutschland Pflicht.

Ein weiteres Beispiel für eine Verbesserung der vorklinischen Notfallversorgung ist nach Roesslers Worten die Untersuchung mit Ultraschall bei Unfallverletzten. Bei 72 Prozent der Patienten werde eine Ultraschalluntersuchung noch am Einsatzort vorgenommen, um innere Blutungen zu erkennen. Bundesweit komme dieses Verfahren nur bei etwa zwölf Prozent der Patienten zum Einsatz, erläutert der Notarzt.

Neuerdings werde der Effekt einer Ultraschalluntersuchung auch bei Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt, der nicht in der Herzstromkurve (EKG) erkennbar ist, untersucht. Roessler: „Damit wollen wir dazu beitragen, dass bei solchen Patienten die beste Therapie noch schneller angewendet werden kann.“(kri)

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