Ambulanter Hospizdienst Alpha kommt auch nach Hause

Begleitung, wenn der Tod ins Leben drängt

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Ambulanter Hospizdienst Alpha: Koordinatorin Eva Maschinski.  

Hann. Münden - Egal, ob Tod und Trauer plötzlich ins Leben gedrängt sind oder eine tödliche Krankheit zu einer langfristigen Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit zwingt: Der Ambulante Hospizdienst Alpha in Hann. Münden bietet Unterstützung und Begleitung. 

„Wir kommen zu Ihnen“, heißt es auf dem Faltblatt von  Alpha, der bei der Diakonie in Hann. Münden, Welfenstraße 5, beheimatet ist. 

„Mit der Endlichkeit des Lebens, mit den Themen Sterben, Tod und Trauer, beschäftigen sich viele Menschen nur gezwungenermaßen“, beschreibt es Eva Maschinski, Dipl. Sozialpädagogin und Koordinatorin von Alpha. „Wenn diese Themen durch Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Tod mehr oder weniger plötzlich zur Auseinandersetzung und Umgang damit zwingen, gibt es viele Fragen, Unsicherheiten, zum Teil Überforderungen.“

Wenn die Diagnose einer schweren, vielleicht lebensbedrohlichen Krankheit gestellt wurde, wendeten sich Menschen an Alpha, aber auch, um Unterstützung bei einer langen Begleitung und Pflege eines Angehörigen zu erhalten oder um nach Hilfe zu Fragen in den letzten Wochen oder Lebenstagen.

Das Spektrum der Hilfe ist dabei vielfältig. Koordinatorin Maschinski stehen die Verwaltungsmitarbeiterin Kirsten Krybus sowie derzeit 25 Ehrenamtliche zur Seite.

Psychosoziale Beratung und Unterstützungs-Gespräche zu persönlichen Fragen gehören zur Arbeit von Alpha, zum Beispiel: „Ich kann mit meinem Partner, mit meiner Mutter nicht darüber sprechen...“, „Was soll ich meinem Kind sagen?“

Gedanken wie „ich habe so vieles versäumt“ nennt Eva Maschinski als weiteres Themenfeld. Angehörige hätten auch oft das Gefühl, das alles nicht mehr zu schaffen. Oder sie sind von langen Sitzwachen überlastet. Kein Angehöriger könne zum Beispiel immer am Bett eines Todkranken sitzen, so Maschinski, so übernehmen auch Mitarbeiter von Alpha diese Aufgabe, um die Angehörigen zu entlasten.

Alpha berät auch zur Patientenverfügung und bietet in Kooperation mit dem Klinikum (KHM) und dem Stationären Hospiz Hann. Münden eine regelmäßige Hospizsprechstunde im KHM an: immer dienstags von 16 bis 17.30 Uhr im Raum von Klinikseelsorger Michael Stanke.

In Kooperation mit dem Kinderhospiz Löwenherz, Syke, leistet Alpha auch ambulante Kinderhospizarbeit: Das heißt, Familien mit einem lebensverkürzend erkranktem Kind werden begleitet und unterstützt.

Trauerbegleitung wird sowohl in Einzelgesprächen angeboten als auch im Trauercafé. Das Trauercafé ist ein offenes Angebot, das immer am ersten Montag eines jeden Monats von 14 bis 16 Uhr im Geschwister-Scholl-Haus in Hann. Münden (Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße) stattfindet.

Wie alle Angebote des Diakonischen Werks kann auch dieses unabhängig von der religiösen Ausrichtung in Anspruch genommen werden. Haupt- und Ehrenamtliche unterliegen der Schweigepflicht. Die Ehrenamtlichen werden in Kursen und Weiterbildung auf ihre Aufgaben vorbereitet und fachlich begleitet. Ein neuer Vorbereitungskurs soll im Oktober beginnen. Neue Ehrenamtliche werden immer gesucht, Interessierte können sich bei Eva Maschinski melden.

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