Beratung für Flüchtlinge im Corvinushaus

Sie kümmern sich um die aufsuchende Flüchtlingssozialarbeit: Hannah Mai von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Göttingen und Nick Stucke von der Flüchtlingsberatung Hann. Münden. Foto: Sangerhausen

Hann. Münden. Beratung für Flüchtlinge in Hann. Münden bietet jetzt Sozialarbeiter Nick Stucke im Corvinushaus, Ziegelstraße 16.

Der Landkreis Göttingen und das Diakonische Werk Hann. Münden haben eine Vereinbarung miteinander geschlossen: Im Auftrag des Landkreises, der die Stelle finanziert, kümmert sich die Diakonie vor Ort um die Flüchtlinge.

Die Zahl der Flüchtlinge steige, so Kreisrat Marcel Riethig gestern bei der Vorstellung der Kooperation. Der Landkreis sei zuständig für deren Unterbringung und „wir fühlen uns auch verantwortlich. Jeder soll beispielsweise einen Sprachkurs bekommen, schließlich dürfen Flüchtlinge inzwischen nach drei Monaten Aufenthalt eine Arbeit aufnehmen“, was sie aber nur könnten, wenn sie ein bestimmtes Sprachniveau erreicht haben.

Ins Corvinushaus sind die Flüchtlinge auf der Suche nach Hilfe auch vorher schon gekommen, berichtet Barbara Jankowski von der Kirchenkreissozialarbeit. Sie erkundigten sich bei ihr nach Sprachkursen, brauchten Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, wollten wissen, wie und wo sie ihre Kinder in Schule oder Kindergarten anmelden können oder fragten um Rat bei so alltäglichen Dingen wie der Mülltrennung.

Um der steigenden Anzahl der Hilfesuchenden gerecht zu werden, hatte der Kirchenkreis zwischenzeitlich schon die Stundenzahl für die Sozialarbeit aufgestockt, berichtet Superintendent Thomas Henning, „der Bedarf ist da“.

Nick Stucke, 24 Jahre alt, hat am 1. Juli seine Arbeit aufgenommen. Es handelt sich um eine halbe Stelle. Stucke hat soziale Arbeit studiert und Erfahrungen in der Stadtteilarbeit gesammelt, in Simbabwe im Friedensdienst gearbeitet und ein Auslandssemester in Istanbul absolviert. Er studiert in Göttingen.

In seinen ersten Wochen in der Flüchtlingssozialarbeit habe er sich mit dem Landkreis und der Stadt Hann. Münden vertraut gemacht und erste Kontakte zu Akteuren und Vereinen vor Ort, etwa dem Bürgertreff, geknüpft, erzählt er.

Im Hochbad laufe bereits in Zusammenarbeit mit der DLRG ein Schwimmkurs für Flüchtlinge.

Auf den Wunsch einiger Flüchtlinge hin habe er eine Fahrt zu einem koptischen Gottesdienst in Göttingen organisiert. Unter den Flüchtlingen ist Nick Stucke inzwischen als „Mister Nick“ bekannt.

Bindeglied zum Landkreis ist Hannah Mai von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe. Über sie ist Stucke ins Netzwerk der sozialen Arbeit im Landkreis eingebunden, in dem haupt- und ehrenamtliche Akteure arbeiten.

Rund 20 Ehrenamtliche gibt es auch in Hann. Münden, die mit Nick Stucke jetzt einen Ansprechpartner haben, der sie begleitet.

Die Stadt begrüße den Dienstleistungsvertrag zwischen Kreis und Diakonie, so städtischer Rechtsdirektor Volker Ludwig. Dieser zeige, dass es den Akteuren ernst sei. Die Stadt hält zu beiden engen Kontakt.

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Mündener Allgemeine.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.