Ausstellungstexte  zu Gustav Eberlein jetzt als Buch: 

Der besondere Blick auf den Bildhauer

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 Ein  Blick in die aktuelle Ausstellung im Städtischen Museum Hann. Münden: Zu den Figuren im Museum gibt es jeweils Pixel-Codes, die dem Besucher weitere Informationen anbieten. 

Hann. Münden. Das Leben auf der Eberburg und ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal, durch das man in den Ratskeller geht, Standbilder, die durch Vergraben gerettet wurden, Familienfotos und Zeitungsausschnitte: Das Buch zur Ausstellung vereinigt alle Informationen, die das Begleitprogramm der Sonderausstellung zu bieten hatte.

 „Neu entdecken! Gustav Heinrich Eberlein“ lautet der Buchtitel, genauso wie die Ausstellung im Städtischen Museum Hann. Münden, die im vergangenen Jahr fast 3000 Besucher anlockte.

Der Verein Gustav-Eberlein-Forschung hat die Texte aller Vorträge, die im Begleitprogramm gehalten wurden, in dem Buch festgehalten und mit reichlich Bidmaterial versehen. Geschäftsführerin Elgard Steinmüller legte das fertige Druckwerk jetzt vor.

Auf fast 150 Seiten mit vielen alten schwarz-weiß Fotos, aber auch farbigen Abbildungen, erfährt man Wissenswertes über den Bildhauer, Maler und Poeten und über sein Werk, aber auch darüber, wie viel seiner Arbeit verloren gegangen ist. Etwa, wie beim Brand der Eberburg nicht nur diese vollständig zerstört wurde, sondern auch eine Autobiografie des Künstlers verlorenging. Dabei, so kommt ein Augenzeuge zu Wort, hätten viele Seiten nach dem Brand nass, aber ansonsten unversehrt, auf dem Schutt gelegen. Sie landeten auf der Mülldeponie. Erst viel später begann die Suche nach dem Wenigen, was Feuer und Aufräumarbeiten überstanden hat.

Man begegnet dem alten Weserkastell in voller Schönheit und kann mitverfolgen, wie es Ende der 1950er Jahre dem Bau der neuen Weserbrücke weichen muss – bis hin zur Wiederentdeckung des Portals im Städtischen Museum Hann. Münden.

In Auszügen aus Eberleins Buch „Michelangelo“ kommt der Künstler selbst zu Wort. Er erzählt mit ironischer Übertreibung aus seiner Kindheit, vom Vater, der als Grenzwächter in Spiekershausen dem Schmuggel Einhalt zu gebieten hatte – ein gefährlicher Job mit Folgen: Eine Schmugglerin, die der Grenzwächter Eberlein erwischt, sei ein „frisches, dralles Bauernmädchen“ gewesen, und nach viel Lachen und Weinen im Schmugglerprozess habe der Vater „die kleine Bäuerin zu seinem Eheweib“ gemacht, „sie war meine Mutter“. Auf die Prosa folgen Gedichte Eberleins zu seinen Skulpturen, bis Stadtarchivar Stefan Schäfer mit einem Epilog den Bogen ins Heute und in die Zukunft spannt.

Das Buch kostet 15 Euro. Es sei zunächst in einer geringen Auflage gedruckt worden, so Steinmüller, man wolle erst mal sehen, wie groß das Interesse daran ist. Bei Bedarf könnten aber jederzeit Exemplare nachbestellt werden. 

Es ist im Städtischen Museum im Welfenschloss zu haben, Schlossplatz 5. Das Museum hat (bis Ende Oktober) mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Im Zuge der Sonderausstellung war auch die Präsentation der Eberlein-Werke überarbeitet worden. Unter anderem sind Ausstellungsstücke jetzt mit Pixel-Codes versehen, die einen übers Handy sofort zu weiteren Informationen der Gustav-Eberlein-Forschung leiten. Die Einzelkarte fürs Museum für Erwachsene kostet 2,50 Euro, Kinder bis zum vollendeten 7. Lebensjahr haben freien Eintritt, Kinder ab acht Jahre zahlen 1,80 Euro. Führungen sind auf Anfrage möglich: Tel.: 05541/ 75-202 sowie museum@hann.muenden.de per E-Mail, Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.hann.muenden.de. Der Verein Gustav-Eberlein-Forschung ist in Hann. Münden ansässig und hält ebenfalls Buch-Exemplare bereit. Kontakt: 05541/ 31564 sowie info@gustav-eberlein.org per E-Mail.

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