Bäckerei Mengel investiert in einen modernen und umweltfreundlichen Ofen

Besser backen und sparen

In die Zukunft investieren: Auszubildende und Inhaber-Tochter Marie Mengel, Vater und Bäckerei-Inhaber Horst Mengel, Landrat Reinhard Schermann sowie ebenfalls Auszubildende und Inhaber-Tochter Anna-Lena Mengel (von links). Foto: Helm

Hann. Münden. 600 Brötchen backen in nur 18 Minuten: Die Stadtbäckerei Mengel in Hann. Münden hat einen neuen Ofen, der nicht nur viele Brötchen besonders schnell und gleichmäßig backt, sondern mit dem sich gleichzeitig auch bis zu 20 Prozent des Energieverbrauchs einsparen lassen.

Zudem entspricht er hohen Sicherheitsstandards und schaltet sich automatisch ab, sobald ein Fehler gemeldet wird. „Wir sind sehr zufrieden mit dieser Anschaffung“, sagt Inhaber Horst Mengel. Ein neuer Ofen sei unbedingt notwendig gewesen. „Der alte ließ sich nach 20 Jahren im Einsatz gar nicht mehr vollständig bestücken.“

Bedienen lässt sich der moderne Ofen der Firma Miwe, der mit Gas betrieben wird, laut Mengel ganz einfach per Computer. „Dabei lässt sich der Backvorgang an einem außen angebrachten Display die ganze Zeit überwachen.“

Zwölf Bäcker arbeiten in der Backstube der Mengels mit dem Miwe-Ofen. Insgesamt beschäftigt die Bäckerei 33 Personen.

Gefördert durch EFRE

Gekostet hat der Hochleistungsofen ohne Einbau 30 000 Euro, 20 Prozent davon, also 6000 Euro, wurden mithilfe des Förderprogramms Europäisches Programm für Regional-Entwicklung (EFRE) finanziert. Von 2007 bis 2013 stehen dafür im Landkreis insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Das Förderprogramm ziele darauf ab, Arbeitsplätze in der Region zu sichern und neue zu schaffen, erklärte Landrat Reinhard Schermann gestern bei seinem Besuch in der Stadtbäckerei. „312 Arbeitsplätze konnten seit Anlaufen des Programms gesichert werden, 110 wurden neu geschaffen, darunter 34 Ausbildungsplätze.“

1,4 Millionen haben EU und Landkreis Göttingen im Jahr 2009 in regionale Betriebe investiert, sagt der Landrat. „Es ist das erste Mal, dass wir als Landkreis über ein eigenes Förderprogramm verfügen.“

Ein großer Vorteil sei dabei, dass man nah an dem Betrieben dran sei und so flexibel reagieren könne. Die Nachfrage nach Unterstützung ist groß. 67 Projekte habe man seit 2007 auf den Weg gebracht. Dass mithilfe des Programms nun auch ein Ofen der Stadtbäckerei in Münden bezuschusst werden konnte, freut den Landrat besonders, und dass nicht nur, weil er persönlich die Qualität des Traditionsbäckers schätzt.

Regionale Entwicklung

„Einerseits müssen Bäcker bei der Anschaffung der teuren Geräte von Haus aus hohe Summen investieren, andererseits müssen wir vor allem vor dem Hintergrund der Krise verstärkt in die regionale Entwicklung investieren.“ Denn die Stärke des Landkreises Göttingen seien nunmal die mittelständischen Betriebe, die 79 bis 80 Prozent der Arbeitsplätze im Kreis zur Verfügung stellen.

Für die Zukunft plant der Landkreis laut Schermann vor allem im Ernährungsbereich einige Projekte anzustoßen. „Wir möchten unter anderem eine Qualitätsoffensive starten und ein Netzwerk schaffen, in dem sich regionale Betriebe aus dem Ernährungsbereich zusammenschließen, um ihre Existenz so zu festigen.“

Bereits im Februar, so der Landrat, solle es erste Gespräche über die mögliche Gestaltung eines Netzwerkes mit den Vertretern der regionalen Ernährungsbranche geben.

Von Belinda Helm

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