Viele Fälle in Südniedersachsen

LKA warnt vor "Phishing": Betrüger wollen Nutzer-Daten

Landkreis Göttingen. Gerade in den vergangenen Wochen werden Bürger in Niedersachsen immer häufiger Opfer von so genannten Phishing-Fällen. Das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover zählt in diesem Jahr bereits über 600 Fälle.

Im gesamten Vorjahr waren es den Angaben zufolge 1000 Fälle. Auch im Landkreis Göttingen werden mehr Fälle gezählt, eine konkrete Zahl konnte die Polizeiinspektion nicht mitteilen. Unter Phishing versteht man Versuche, über gefälschte Webseiten, E-Mail oder Kurznachrichten an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen.

Den Betrügern gelingt es mit Hilfe von "Trojanern", sich in den Kommunikationsweg zwischen Bankkunde und Bank zwischenzuschalten und Daten abzugreifen, teilt das LKA mit. Die Schwachstelle sei in den meisten Fällen der Internet-Browser. Rufe der Bankkunde die Internetseite seiner Bank auf, so erhalte er bedingt durch den Trojaner gefälschte Mitteilungen, "die den optischen und inhaltlichen Eindruck vermitteln, von der eigenen Bank zu stammen". Diese Fenster "poppen" auf und legtn sich über das normale Browserfenster, so das LKA. Ein Wegklicken sei oft nicht möglich. "In diesem Popup-Fenster kommen Mitteilungen zu angeblichen Fehlern beim Online-Banking, zu Testteilnahmen oder zu falschen Überweisungen, die eine Rücküberweisung nötig machen."

Folge der Kunde dann den Anweisungen, könne dies schwerwiegende Folgen haben. Die LKA-Experten: "Die Täter erfragen zum Beispiel zu einer angeblichen Fehlerbehebung Zugangsdaten und/oder überweisungsrelevante Daten, etwa die TAN-Nummer. Mit diesen würde dann manipulierte Überweisungen im Sinne der Täter eingesetzt, von denen der Bankkunde vorerst nichts bemerke. Möchte der Bankkunde im Anschluss seine Überweisung oder den Kontostand kontrollieren, "kann es passieren, dass die Täter durch die Schadsoftware den Browser oder Computer abstürzen lassen, um die Kontrolle zu verhindern", so die Kriminalisten.

Weitere typische Beispiele für das Vorgehen der Täter seien unter anderem die "Rücküberweisung", "Phishingmails", aber auch eine so genannte Testüberweisung. In der Regel kann jede Bank betroffen sein, die Online-Banking über ein Web-Portal, also mittels Zugriff über Internetbrowser betreibt. Vermehrt sind aber laut LKA Phishingmails zu verzeichnen, die Banken vortäuschen, die deutschlandweit einen einheitlichen Auftritt haben (zum Beispiel Postbank, Ing DIBA usw.).

Banken mit lokalem Bezug kontaktieren ihre Kunden auch immer lokal und haben in der Regel auch einen lokalen Internetauftritt (Sparkassen, Volksbanken), heißt es weiter in Hannover. Hier sei der Kundenstamm im Vergleich zu den landesweiten einheitlichen Banken eher gering. Die Trefferquote für die Täter wäre somit geringer und weniger erfolgversprechend. (red/awe)

Weitere wichtige Informationen finden Sie hier unter "Ratgeber Internetkriminalität" - auf der Seite der Polizei Niedersachsen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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