Fragen und Antworten: Bewegung rund um die Haas-Häuser

Großer Sanierungsbedarf: Die Haas-Häuser Burgstraße 10 und 12 direkt neben der reformierten Kirche (Nummer 8, rechts). Foto:  Sangerhausen

Hann. Münden. Diskussion um sieben marode Fachwerkhäuser in der Innenstadt: Interessenten bieten als Kaufpreis eine halbe Mio. Euro, die Eigentümer wollen 1,5 Mio. Euro.

Es ist Bewegung in die unrühmliche Geschichte der Haas-Häuser in Hann.Mündens Innenstadt gekommen. Sieben Fachwerkhäuser gehören der Kokon GmbH im hessischen Bad Orb, Firma der Familie Haas. Die Gebäude zerfallen zunehmend, was am Samstag zu einer beachtlichen Demonstration in Münden geführt hat.

Ein Kaufangebot von 500.000 Euro hat die Familie Haas bislang nicht angenommen, sie will 1,5 Millionen Euro.

Sind die Fronten nun noch verhärteter?

Eher nicht. Einflussreiche Mündener möchten nach wie vor Haas-Häuser erwerben. Bürgermeister Harald Wegener sagt, man sei weiterhin gesprächsbereit, um eine für Münden zufriedenstellende Lösung hinzubekommen. Ein möglicher Vorteil: Weil nun intensiv und länderübergreifend über die Zukunft der maroden Immobilien gesprochen wird, bewegt sich die Familie Haas, um aus den Negativschlagzeilen zu kommen.

Hat der Bürgermeister ein Mandat für sein Handeln? 

Nein. Harald Wegener bringt sich quasi als Privatperson ein, um eine Lösung zu forcieren. Der Rat der Stadt ist mit Entscheidungen aktuell nicht eingebunden.

Kommt die für den Ankauf ins Spiel gebrachte Summe von 500.000 Euro aus der Stadtkasse? 

Nein. Dieser Betrag würde beim Kauf der Haas-Häuser von Mündenern aufgebracht, die an der Weiterentwicklung Mündens ein Interesse haben. Denkbar für eine Abwicklung des Geschäftes wäre eine neu zu gründende Gesellschaftsform, etwa eine GmbH und Co. KG. Ideen dazu gibt es bereits.

Wird die Summe von 500.000 Euro aufgestockt, um der Familie Haas entgegen zu kommen? 

Derzeit eher unwahrscheinlich. Laut Harald Wegener reduzieren sich sogar weitere Kaufangebote monatlich, bis man bei 350.000 Euro angekommen sei, weil der Wert der Häuser im jetzigen Zustand weiter sinke. Die Orientierungsgröße ist der Erlös aus der Zwangsversteigerung vor zehn Jahren - das waren 352.000 Euro.

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