Frei von amerikanischer Faulbrut

Bienenseuche auskuriert: Kein Sperrbezirk mehr in Oberode

Bienenseuche ausgestanden: Bei Hobbyimker Carsten Henkel waren zwei Bienenvölker und ein Ableger betroffen. Mittlerweile sind die Bienen wieder gesund und halten Winterruhe. Foto:  V. Fischer

Oberode. Die Imker aus Oberode können sich freuen. Seit Ende des vergangenen Jahres ist ihr Dorf kein Sperrbezirk mehr.

Die amerikanische Faulbrut, die zahlreiche Bienenvölker befallen hatte, ist auskuriert.

Das teilte das Veterinär- und Verbraucherschutzamt in Göttingen mit. „Im Oktober 2012 wurde in Oberode bei den Bienen von drei Imkern die anzeigepflichtige amerikanische Faulbrut festgestellt“, berichtet Dr. Bernd Sieslack, Leiter des Kreisveterinäramts.

Daraufhin mussten zwei sehr schwer infizierte Schwärme und ein Ableger verbrannt werden. Die anderen Bienen wurden unter Quarantäne gestellt. „Die amerikanische Faulbrut ist eine bösartige und hochansteckende Krankheit, bei der Bakterien die Bienenbrut befallen“, erklärt Hobbyimker Carsten Henkel aus Oberode. Für den Menschen seien die Sporen des Bakteriums Paenibacillus larvae jedoch ungefährlich. Sie könnten nur im Bienenkörper Schaden anrichten.

Die Bienenvölker, die getötet werden mussten, gehörten Henkel. Nach einer Untersuchung durch Dr. Sieslack musste Henkel die Schwärme erst mit Schwefelstreifen abschwefeln und anschließend die toten Tiere sowie sämtliches Material, das mit den infizierten Bienen Kontakt hatte, verbrennen.

„Es tat mir schon leid, die Tausenden von Bienen töten zu müssen“, sagt Henkel. Doch die Völker waren nicht mehr zu retten. Die Larven seien schon so zersetzt gewesen, dass nur noch eine zähflüssige braune Masse und ein muffiger, fauliger Geruch übrigblieben waren.

„Wo sie sich angesteckt haben, weiß ich bis heute nicht“, sagt der 50-Jährige. Auch das Kreisveterinäramt konnte die Quelle nicht ausfindig machen.

Zusätzlich zu der Einrichtung des Sperrbezirks, der einen Radius von zwei Kilometern umfasste, erhielten die Imker der betroffenen Gegend strikte Anordnungen, um eine weitere Ausbreitung der Bienenseuche zu verhindern. Ihnen wurde untersagt, Bienen aus oder in den Sperrbezirk zu transportieren. „Auch durfte ich keinem befreundeten Imker mehr Futterwaben geben oder Arbeitsmaterial ausleihen“, berichtet Henkel. Neue Schwärme zu bilden, gestaltete sich auch kompliziert. „Dafür muss das neue Volk für einige Zeit über den Sperrbezirk hinaus gebracht werden, da es sonst immer wieder zum alten Volk zurückfliegt. Und das war ja nicht erlaubt.“

Nachdem nun sämtliche Bienenvölker im Sperrbezirk in zeitlichen Abständen zwei Mal negativ auf die amerikanische Faulbrut getestet wurden, konnte die Allgemeinverfügung aufgehoben werden. „Die Imker dort können nun wieder machen, was sie wollen“, erklärt Dr. Sieslack.

Von Viktoria Fischer

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