Bioenergiedorf Jühnde ausgezeichnet

Auszeichnung fürs Bioenergiedorf Jühnde: Uli Quaas (links) überreichte den Preis der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ an Vorstand Eckhard Fangmeier und Aufsichtsratsvorsitzenden Oliver Brenneken vom Bioenergiedorf, Andreas Herbst (rechts) vom Förderer Deutsche Bank gratulierte. Fotos: Sangerhausen

Als Vorbild auf internationalem Niveau bezeichnete Uli Quaas vom Land der Ideen Management das Bioenergiedorf, als er den Preis Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen überreichte.

Das Bioenergiedorf Jühnde macht vor, wie es geht: Wie man sich selbst mit Energie versorgt - und das aus regenerativen Quellen, sagte Quaas. Der Wettbewerb stand unter dem Jahresthema „Innovationen querfeldein - Ländliche Räume neu gedacht“.

Jühnde ist einer von 100 Orten, die aus über 1000 Bewerbern ausgewählt wurden, ergänzte Andreas Herbst von der Deutschen Bank Göttingen. Die Bank ist Förderer des Wettbewerbs. Herbst lobte die Innovationskraft, die sich hier zeige, sie sei „das Wertvollste, was wir haben“.

Der Preis ist undotiert, die Auszeichnung sei aber ein Qualitätsmerkmal, mit dem das Bioenergiedorf sich gut vermarkten könne, sagte Quaas. Die Initiative „Deutschland - Land der Ideen“, die den Preis vergibt, wurde 2005 von der Bundesregierung und dem Verband der Deutschen Industrie gegründet.

Die Energie-Genossenschaft feierte zugleich ihren zehnten Geburtstag: 70 Gründungsmitglieder hoben an exakt derselben Stelle 2004 die Genossenschaft aus der Taufe, erinnerte Vorstand Eckhard Fangmeier.

Damit hatte Jühnde den Anfang gemacht. Inzwischen gebe es gut 100 Bioenergiedörfer in Deutschland, skizzierte Oliver Brenneken, Aufsichtsratsvorsitzender der Bioenergiedorf-Genossenschaft. Und inzwischen wisse man auch, dass diese viel mehr können, als sie heute zeigen: Sie können so umgebaut werden, dass man mit ihnen bedarfsgerecht Energie abgeben kann, also dann, wenn sie gebraucht wird - eine Schlüsselfunktion beim Einsatz erneuerbarer Energien. Genau auf diesem Weg sind die Jühnder gerade. Sie bauen ihre Anlage zum „Bioenergiedorf 2.0“ um und hatten sich damit am Wettbewerb beteiligt. Das Konzept bedeute konkret, erklärte Fangmeier, dass man ein neues Blockheizkraftwerk installieren werde für die Stoßzeiten und Möglichkeiten schafft, Biogas, aber auch Wärme zu speichern. Nächstes Jahr solle die Anlage diesen flexiblen Betrieb aufnehmen.

Das Bioenergiedorf habe sich sehr entwickelt, lobte Maria Gerl-Plein, die als Stellvertreterin des Landrats an der Feierstunde teilnahm.

Aus den 70 Genossen der Gründungsstunde seien inzwischen 192 geworden, berichtete Vorstand Fangmeier, und diese kämen größtenteils aus Jühnde, aber auch aus Frankfurt, Berlin, sogar aus Frankreich und den USA. Bei 25 000 Besuchern habe man aufgehört zu zählen, die meistgestellte Frage von diesen sei: „Wie habt ihr das gemeinschaftlich geschafft?“ Indem man von Anfang an auf Transparenz setzte, macht Fangmeier deutlich.

Das betonte auch Bürgermeister Dietmar Bode: Technik und Finanzen seien die harten Faktoren, die Akzeptanz der Bevölkerung aber ein notwendiger Weicher. Und es komme darauf an, dass Menschen bereit seien, sich für eine Sache einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Beide Redner lobten in dem Zusammenhang die Arbeit des Altbürgermeisters August Brandenburg, der sich als einer der Pioniere besonders für das Bioenergiedorf stark gemacht habe. Die Gemeinde, sicherte Bode zu, werde die Genossenschaft auch weiter unterstützen. (tns)

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