Bioenergiedorf in Jühnde ist bereit für die Zukunft

Jühnde. 15 Prozent mehr Strom, 15 Prozent mehr Gas und eine bedarfsgerechte Energie- und Wärmeerzeugung: Mit diesen Zielvorgaben startet das Bioenergiedorf Jühnde in sein zweites Jahrzehnt. Die Voraussetzungen für „Jühnde 2.0" haben Investitionen in einer Höhe von über einer Million Euro geschaffen, sagte der Vorstandssprecher der Betreibergenossenschaft, Eckhard Fangmeier.

Mit den Investitionen im vergangenen halben Jahr macht die Betreibergenossenschaft das Bioenergiedorf nicht nur zukunftsfest, sondern auch gleich wieder zum bundesdeutschen Vorreiter und Pionier in Sachen Effizienzsteigerung und flexibler Einspeisung von Strom ins Netz. Unter dem Projekttitel „BioPower2Gas“ wird Jühnde dabei mit zwei weiteren Anlagen in Philippsthal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Allendorf in Mittelhessen wissenschaftlich verglichen.

Hintergrund ist, das Erneuerbare-Energie-Anlagen in den lokalen Versorgungsnetzen kurzfristige Stromüberschüsse erzeugen. Zu anderen Zeiten erzeugen sie jedoch noch nicht genügend Strom, um eine sichere Vollversorgung gewährleisten zu können. Diese stark schwankende Einspeisung von Erneuerbare-Energien-Strom bei gleichzeitigem Betrieb fossiler Grundlastkraftwerke erhöht die Gefahr von Netzüberlastungen und Instabilitäten.

Diese Schwankungen können flexibel regelbare Biogasanlagen mit entsprechenden Speicherkapazitäten ausgleichen. Mit Hilfe modernster Steuertechnologie sind die Betreiber in der Lage, die Leistung der Anlagen herunterfahren, wenn ausreichend Strom aus Solar- und Windenergieanlagen erzeugt wird, und sie können die Leistung erhöhen, sobald die Energie aus Wind und Sonne zurückgeht.

Angenehmer Nebeneffekt: Mit der passgenauen und nachfragegerechten Produktion von Energie lassen sich höhere Preise an der Strombörse erzielen. (zhp)

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