Drei Modelle sind in der Diskussion

Bioenergiedorf Jühnde: Wärme und Strom mit Pferdemist

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Zuckerrübenschnitzel: Dr. Eckhard Fangmeier zeigt, dass die Biogasanlage in Jühnde auch damit gefüttert werden kann.

Jühnde. Das Bioenergiedorf Jühnde will seiner Biogasanlage Wärme und Strom stärker am Bedarf orientiert erzeugen. Eine Idee ist, die Anlage mit Pferdemist zu füttern.

Die Betreibergenossenschaft reagiert damit auf den Wegfall der 20-jährigen Einspeise-Förderung im Jahr 2025. In der Diskussion sind zurzeit drei Modelle, die je nach Ausführung Investitionen in Höhe zwischen 600 000 Euro und 1,5 Millionen Euro erfordern.

„Wir wollen in 2017 über das Vorhaben entscheiden und 2018 die Investitionen realisieren“, kündigte der Vorstand der Betreibergenossenschaft, Dr. Eckhard Fangmeier, an. Werden die Pläne verwirklicht, setzt die Betreibergenossenschaft ihre Vorreiterrolle in Sachen effizienter Nutzung erneuerbarer Energien fort und reagiert zudem auf neue gesetzliche Regelungen.

Drei Modelle 

Das aufwendigste der drei Modelle ist nach Darstellung Fangmeiers das zukunftsträchtigste. Dafür müsste auf dem benachbarten Grundstück, das die Genossenschaft bereits erworben hat, eine zweistufige Biogasanlage in Ergänzung zur vorhandenen entstehen. Der Clou dabei: Die Anlage würde mit einer so genannten „Vorverdauung“ (Hydrolyse) arbeiten. Mit ihr werden die Energieausbeute und der Methanertrag (Biogasertrag) gesteigert.

Das Verfahren ist schneller, sicherer und insbesondere flexibel steuerbar, sagt Fangmeier. Weiterer Vorteil: Die Anlage kann mit gering wertigen Stoffen wie beispielsweise Pferdemist gefüttert werden und verursacht damit weniger Kosten.

Gravierender Vorteil: Mit der Anlage könnte die Genossenschaft passgenau auf die täglich bis ins Negative schwankenden Strompreise reagieren. Das heißt: Strom würde vor allem dann produziert und ins Netz gespeist, wenn er teuer ist. Damit ließen sich Mehreinnahmen erzielen.

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