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Hann. Münden: Landwirte sehen Potenzial beim Ausbau von Biogas. Es brauche aber politischen Willen.

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Von: Thomas Schlenz

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Das Bild zeigt die Biogasanlage in Rosdorf.
Beeindruckende Dimensionen: Die Biogasanlage in Rosdorf. © Christian Mühlhausen

Die Strom- und Gaspreise gehen durch die Decke. Könnte die heimische Biogasproduktion das Problem abfedern?

Altkreis Münden – „Biogas kann mehr“, sagt dazu Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. Ganz so einfach, sei es aber nicht: „Wir haben bereits im Frühjahr auf das Potenzial hingewiesen. Die Politik hat aber nicht zugehört“, so Hübner. Jetzt kurzfristig die Produktion hochzufahren sei schwierig. Es gebe eine Reihe von Beschränkungen: Einerseits müsse genügend Substrat da sein: „Das Material fällt nicht vom Himmel und man kann es nicht zukaufen“, sagt Hübner. Hinzu komme, dass aufgrund der Trockenheit die Maisernte in diesem Jahr geringer ausfallen werde. Andererseits erschwere die rechtliche Situation den Landwirten das Leben: Das durchgegorene Material müsse beispielsweise auch auf die Felder ausgebracht werden dürfen. Dies sei nur in einem bestimmten Zeitraum möglich und unterliege Beschränkungen.

Der Vorstoß von Wirtschaftsminister Habeck, die Höchstbemessungsleistung der Anlagen aufzuheben, sei zwar ein wichtiger Schritt. „Es ist nur schade, dass das so spät kommt“, bedauert Hübner. Die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz, um dieses anstelle der Stromerzeugung für Gasheizungen nutzbar zu machen, sei technisch möglich. Das Problem bestehe darin, dass das Gas dafür aufbereitet werden müsse. Für die Anlagenbetreiber würde das zusätzliche Kosten in Millionenhöhe bedeuten, was sich derzeit nicht rechne.

Lars Grünewald, der mit Claus Baumgärtel eine Biogasanlage in Hilwartshausen betreibt, bestätigt, dass eine Ausweitung der Kapazitäten für den kommenden Winter schwierig sei. Wegen immens gestiegener Baukosten sei es derzeit auch schwierig, Anlagen neu- oder auszubauen. Er kritisiert vor allem, dass kleinere Anlagenbetreiber vom Quotenhandel mit CO2-Zertifikaten ausgenommen seien, während größere Unternehmen damit gutes Geld verdienten. „Das ist ein Wettbewerbsnachteil“, sagt er. (Thomas Schlenz)

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