Bau bis 2021

Bohren für den Radfernweg: Bauarbeiten zwischen Oberode und der Werrabrücke

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Beton verdrängt Wasser aus den tiefen Löchern: Bohrhelfer Erik Klemz sorgt dafür, dass nichts daneben geht und im Beton keine Luft eingeschlossen wird. 

Kurz hinter dem Ortsausgang Oberode, in Richtung Hedemünden ist in diesen Tagen ein 90 Tonnen schwerer Bohrbagger im Einsatz zu sehen.

Die imposante Maschine, die geführt wird von Bohrgerätefahrer Marco Lienert, arbeitet zwischen sieben und neun Meter tiefe Bohrlöcher in den Böschungsbereich an der Werra ein. Etwa vier pro Tag schafft das Gerät, 66 insgesamt müssen es werden. Hier sollen Betonsäulen entstehen, die später als Stützen für den neuen Radweg dienen, das verbreiterte Straßenstück sicher halten und vor dem Abrutschen bewahren werden.

Seit dem 4. Mai laufen die Bauarbeiten zwischen Oberode und der Werrabrücke bei Hedemünden. Der Grund ist ein weiterer Lückenschluss auf der Route des Radfernweges Werra, der auf diesem Teilabschnitt der Kreisstraße 21 angelegt wird. „Bis voraussichtlich Anfang nächsten Jahres wird wegen des Radwegeausbaus auf rund 600 Metern, die Straße aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben“, teilt Ullrich Lottmann vom Landkreis Göttingen mit.

Die großräumige Umleitungsstrecke verläuft über die B 80. Für Fußgänger und Radverkehr bleibt die K 211 zwischen Oberode und Hedemünden aber weiterhin passierbar. Nachdem in den ersten Wochen Baggerarbeiten stattfanden, die Uferböschung bereinigt und ein Schotterbett angelegt wurde, kommt jetzt der Bohrbagger zum Einsatz. Das Schotterbett war nötig, um dem Bagger einen stabilen Untergrund zu verschaffen, damit er auf der schmalen Straße nicht ins Rutschen gerät.

Der Bagger-Arm rahmt Hedemünden ein: Auf der gegenüberliegenden Werra-Seite w ird das Gerät noch lange im Einsatz sein.

Zuerst bohrt Marco Lienert, in Präzisionsarbeit die Löcher, in die dann ein von Hand gebundener Bewährungskorb eingelassen wird. Dann wird das Fundament gegossen, danach in jedes Bohrloch auf voller Höhe Beton eingebracht, etwa fünf Kubikmeter pro Loch.

„28 Tage dauert es, bis die gegossenen Betonsäulen vollständig ausgehärtet sind“, erklärt Polier Sven Reckelkamm von der Firma Beck Bau aus Eschwege. Parallel mit dem Gießen der Betonsäulen werden die Arbeiter dann, wenn die ersten Säulen ausgehärtet seien, mit dem Herstellen der Baugrube beginnen.

Zuerst aber müssen die Säulen von Hand mit einem Presslufthammer auf die richtige Höhe gebracht werden. Dazu werden die oberen 40 bis 50 Zentmeter abgestemmt, denn erst darunter befände sich der reine, maximal belastbare und tragfähige Beton, erklärt Sven Reckelkamm.

Wird der Beton in das Bohrloch eingebracht, drückt dieser das Grundwasser nach oben aus der Verrohrung heraus, denn der Beton ist schwerer als das Wasser und verdrängt es. Rund drei Wochen werden die Bohrarbeiten insgesamt noch dauern, ein erster von vielen Schritten die auf dem Weg zum neuen Radwege-Abschnitt noch folgen müssen.

Die Kosten für das Bauprojekt belaufen sich auf 2 720 000 Euro, davon sind 710 000 Euro Eigenmittel des Landkreises, teilt Ulrich Lottmann von der Stabsstelle „Strategische Steuerung und Kommunikation“ mit.

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