"Eine Frage der Sicherheit"

Bonaforther Ortsbürgermeister fordert bessere Verkehrsführung

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Bonaforther Bürgermeister fordert bessere Verkehrsführung

Roland Sittig hielt es nicht mehr länger aus: Er mähte das hohe Gras an der Zufahrt zu Bonaforth an der Bundesstraße 496 kürzlich selbst. 

Zweimal im Jahr wird hier gemäht, schildert der Ortsbürgermeister von Bonaforth. Zwischen den Mähterminen sehe man aber aufgrund der fast hüfthohen Gräser oftmals nicht mehr richtig die Straße ein. Eine Auffahrt auf die B 496 gelinge dann „auf Verdacht und mit Gottes Hilfe“.

Wer den Mündener Ortsteil mit seinem Fahrzeug verlassen will, muss Geduld mitbringen. Besonders schlimm sei es, wenn auf der Autobahn 7 bei Lutterberg ein Unfall geschehe und der Verkehr auf die B 496 in Richtung Hann. Münden umgeleitet wird – direkt an Bonaforth vorbei, einem Sackgassen-Ort. Nur über eine Straße, die K 218, gelangt man in das Dorf hinein und wieder hinaus.

Sittig deutet auf die Auffahrt der K 218 auf die B 496. Tiefe Spuren ziehen sich durch den Asphalt, dort, wo größere und längere Fahrzeuge wie Anlieferungs- und Busverkehr aufgesetzt sind. Die Straße ist in Richtung Lutterberg an der Einmündung recht steil, Fahrzeuge müssen einen großen Bogen nehmen, um Schäden zu vermeiden.

Tiefe Spuren auf der K 218 zur B 496.

Oft, so Sittig, würden sie dadurch die Gegenfahrbahn blockieren, wo Autos aus Hann. Münden kommend in noch hoher Geschwindigkeit die Ausfahrt nach Bonaforth nehmen. Gas geben würden Fahrzeuge auch dann, wenn sie nach der Bahnüberführung an Bonaforth vorbeifahren: Gleich hinter der Bonaforther Ausfahrt wird das Tempo-50-Limit aufgehoben, der gerade Streckenabschnitt verleite zum Überholen langsamerer Fahrzeuge.

Es komme außerdem vor, dass Autos in der Auffahrt wenden oder parken und vom nachfolgenden Verkehr nicht rechtzeitig gesehen werden. Immer wieder komme es laut Sittig zu Fastunfällen. Daher auch der Ärger des Ortsbürgermeisters, dass die zuständigen Behörden sich unwillig zeigen, einer Verbesserung der Situation zuzustimmen. Dabei sei es eine Frage der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, meint Sittig – und verweist auch auf die Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Seite der Ortseinfahrt, die unter anderem von Schülern genutzt werde. „Wir haben beispielsweise vorgeschlagen, dass ein Verkehrsspiegel angebracht wird, damit man die B496 besser einsehen kann“, berichtet Sittig – ohne Erfolg.

Ein Antrag der SPD-Fraktion im Ortsrat Bonaforth zu einem möglichen Ausbau der Auffahrt der Kreisstraße wurde im vergangenen Herbst eingebracht und diesem Jahr beschlossen. Die Mündener Stadtverwaltung hatte diesbezüglich den Landkreis informiert und um Stellungnahme gebeten. Diese verwies bereits Ende Mai auf die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als zuständige Behörde für Umbauarbeiten an der Bundesstraße. Der Fachbereich Bauen des Landkreises Göttingen könne Sittig nur einen Ortstermin anbieten, um die eingeschränkten Sichtverhältnisse im Rahmen einer Verkaufsschau zu begutachten und insofern Abhilfe schaffen zu können. Bernhard Reuter, Landrat des Landkreises Göttingen, äußert sein Verständnis dafür, dass die täglichen Nutzer der Auffahrt auf die B 496 eine Verbesserung der Situation wünschten.

Er verweist aber darauf, dass die Niedersächsische Straßenbauverwaltung keine Veranlassung für einen Umbau sieht, unter anderem, weil das Unfallgeschehen an der betroffenen Stelle unauffällig sei.

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