Bonaforther Ortsrat stemmt sich gegen Abrisspläne

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Bonaforth: Die Stadt befürwortet den Abriss und einen kleineren Neubau.

Bonaforth. Der Ortsrat von Bonaforth hat sich einstimmig gegen den Plan der Stadt Hann. Münden ausgesprochen, das von Schimmel befallene Dorfgemeinschaftshaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.

Bis dahin, so der Vorschlag, sollten die Feuerwehrräume und Wohnungen soweit instand gehalten werden, dass die Nutzungen gewährleistet sind.

Der Ortsrat hingegen fordert von Rat und Verwaltung, den Kindergarten, die Feuerwehr und die Wohnungen zu erhalten und kurzfristig unter Einsatz des Investitionszuschusses des Landkreises und der vorhandenen Rücklagen zu sanieren. Dabei sollen die vom Ort Bonaforth angebotenen Eigenleistungen berücksichtigt werden. Außerdem soll ein unabhängiges Vergleichsgutachten mit Beteiligung des Rates und in Absprache mit Bonaforth klären, ob ein Abriss der Mehrzweckhalle tatsächlich erforderlich ist. Die Sanierung oder ein alternativer Neubau müsse kurzfristig unter Verwendung von EU-Zuschüssen, sogenannte Leader-Mittel, und der Sportstättenförderung des Landkreises erfolgen.

„Der Kindergarten muss an anderer Stelle neu entstehen, da die integrativen Kindergartenplätze vorgehalten werden müssen. Diese finanziellen Auswirkungen sehen wir nicht in der Beschlussvorlage“, sagte Ortsbürgermeister Roland Sittig und begründete unter anderem damit die Ablehnung.

Denn auf Grund der prognostizierten Bedarfszahlen für Kindergartenplätze sieht die Stadt keinen Bedarf, den Kindergarten in Bonaforth zu erhalten oder wieder einzurichten. Dazu sagte Mündens Bürgermeister Harald Wegener, dass er es für unverantwortlich halte, Kinder in einer Einrichtung unterzubringen in deren Umfeld sich Schimmel befände.

Weiterhin verlas Sittig einen umfangreichen Fragenkatalog, bei dem auch Vorwürfe an die Verwaltung laut wurden. Beispielsweise warum nach der Schimmelursache im Clubraum nie gesucht wurde, denn dort sei nach Darstellung von Sittig damals der einzige sichtbare Schimmelbefall aufgetreten?

Weitere Fragen waren, warum die gesamte Anlage hermetisch verriegelt (alle Schlösser wurden ausgetauscht) und alle Fenster für immer verschlossen wurden und Wasser, das von außen durch die Fenster eindrang, nie beseitigt wurde.

Dazu sagte Jürgen Stieler, zuständig für Hochbau und Gebäudeunterhaltung bei den Kommunalen Diensten Hann. Münden, dass er bereit wäre, auf alle elf Fragen ausführlich zu antworten, allerdings habe er den Eindruck, die Gespräche liefen darauf hinaus, für alles einen Schuldigen zu suchen. Das sei ein schlechtes Vorgehen. Er räumte ein, dass vieles falsch gelaufen sei, von beiden Seiten. Vielmehr solle man nun gemeinsam nach Lösungen suchen. Auch Harald Wegener sagte, dass man seitens der Verwaltung helfen will, eine Lösung zu finden. Es sei absurd, die Behauptung aufzustellen, die Verwaltung hätte kein Interesse am DGH. Er appellierte an die Menschen im Ort, sich weiter an der Lösungssuche zu beteiligen.

Der Rat der Stadt beschäftigt sich am Donnerstag, 19. November, mit dem Dorfgemeinschaftshaus. Dann soll auch über einen Antrag der Grünen entschieden werden, auf dem Gelände des Spielplatzes neben dem DGH mit einem Investitionszuschuss des Landkreises in Höhe von 245 800 Euro einen Kindergarten in Modulbauweise zu errichten. (zpy)

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