DRK Kreisverband Göttingen-Northeim braucht mehr Personal

Spendenübergabe: Susanne Schulze-Konopka (zweite von rechts) von der Elternhilfe für das krebskranke Kind und Dr. Michael Bonder (Mitte) von der gemeinnützigen Bonveno GmbH erhielten vom DRK Kreisverband Göttingen Northeim eine Spende in Höhe von jeweils 1500 Euro. Sie wurde von DRK-Schatzmeister Axel Rümenap, der Vize-Präsidneten Gudrun Surup und Präsident Rolf Parr (von links) übergeben. Fotos: Niesen

Göttingen/Hann.Münden. Der Kreisverband Göttingen-Northeim des Deutschen Roten Kreuzes stößt bei der Flüchtlingsbetreuung an die Belastungsgrenze und will hauptamtliche Kräfte einstellen.

Die ehrenamtlichen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Kreisverband Göttingen-Northeim kommen bei der Betreuung von Flüchtlingen an ihre Grenzen. Das DRK plant deshalb die sofortige Einstellung von hauptamtlichen Kräften. Das erklärte Vorstand Herbert van Loh in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung seines Verbandes im Göttinger Freizeit In. „Unsere Personaldecke bei den bisherigen hauptamtlichen Kräften ist dafür zu dünn.“

Das DRK sucht „händeringend“ insbesondere Personal mit einer medizinischen Ausbildung vom Rettungssanitäter, über den oder die Altenpfleger/in bis hin zur Arzthelferin. Die Ausbildung müsse nicht unbedingt abgeschlossen sein, Hauptsache die Bewerber kämen aus einem medizinischen Beruf. Die Arbeitsverträge sollen auf ein Jahr befristet sein. „Eine gesicherte berufliche Zukunft können wir nicht bieten“, sagte van Loh.

Das DRK ist zurzeit in Göttingen über die gemeinnützige Bonveno GmbH am Betrieb der Heime für registrierte Flüchtlinge auf den Zietenterrassen in Göttingen und im ehemaligen Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) am Nonnenstieg sowie an der Notunterkunft für nichtregistrierte Flüchtlinge in der Sporthalle und des Funsporthalle des SC Hainberg beteiligt. „Es wird zu weiteren Sporthallenbelegungen kommen“, erwartet er. Die Stadt und ebenso der Landkreis Göttingen hätten bereits wegen der Übernahme weiterer Betreuungsprojekte angefragt.

Sorgen bereitet ihm, dass nicht alle Helfer durchgeimpft sind. „Wir kommen nicht hinterher. Alles läuft etwas chaotisch.

Wie hoch die Belastung derzeit ist, verdeutlichte der Vorsitzende des Präsidiums im DRK-Kreisverband, Rolf Parr (Göttingen), am Beispiel eines „müden und abgekämpften Helfers“. Sein sehnlichster Wunsch sei: „Schenken Sie mir drei ungestörte Stunden mit meiner Frau.“ Trotz aller Herausforderungen ist Parr optimistisch, die Betreuung der Flüchtlinge zu stemmen: „Wir müssen das schaffen, und wir werden das schaffen.“

Notwendig wurde die außerordentliche Mitgliederversammlung wegen der im Sommer beschlossenen Fusion des bisherigen Kreisverbandes Göttingen-Northeim mit dem DRK Kreisverband Hann.Münden. Mit dem Zusammenschluss wurde der neue DRK-Kreisverband zu einem der größten DRK-Verbände in Niedersachsen mit 12 000 Mitgliedern, 500 haupt- und 1000 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Was noch fehlte, waren eine passende Satzung, Geschäftsordnung und ein Wirtschaftsplan. Er umfasst knapp neun Million Euro. Alle Punkte wurden einstimmig verabschiedet.

Als weiterer Kreisverbandsarzt wurde der 54jährige Chirurg Dr. Sascha Pfiel vom Helios Klinikum in Bad Gandersheim gewählt.

Eine Spende von jeweils 1500 Euro aus Überschüssen erhielten die Elternhilfe für das krebskranke Kind und die gemeinnützige Boveno Gmbh in Göttingen. (zhp)

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