Buckelpisten im Visier

Etwa ein Drittel der 230 Staufenberger Gemeindestraßen hat Schäden

Zahlreiche Straßen in Staufenberg müssen wegen stärkerer Schäden saniert werden. Unser Bild zeigt die marode Ortsdurchfahrt von Benterode.
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Zahlreiche Straßen in Staufenberg müssen wegen stärkerer Schäden saniert werden. Unser Bild zeigt die marode Ortsdurchfahrt von Benterode, eine Landesstraße, für die das Land zuständig ist. Für ihre eigenen Straßen hat die Gemeinde Staufenberg jetzt einen neuen Sanierungsplan vorgelegt.

Etwa ein Drittel der rund 230 Gemeindestraßen in Staufenberg hat stärkere Schäden. Bei über 100 bestehe Handlungsbedarf, sagt Stefan Müller, Leiter des Staufenberger Gemeinde Services (SGS).

Staufenberg Die Sanierung der Staufenberger Straßen ist eine Aufgabe für Jahrzehnte. Im vergangenen Sommer hatte ein Unternehmen aus Berlin im Auftrag der Gemeinde mit einem Spezialfahrzeug alle Gemeindestraßen befahren, um festzustellen, in welchem Zustand sie sind.

Jetzt stellt sich die Frage, mit welchen Kriterien die Reihenfolge festgelegt werden soll. Ein bis zwei Straßen könne die Gemeinde maximal pro Jahr in Angriff nehmen, sagt Müller. Allein den technischen Zustand zugrunde zu legen, könne auch dazu führen, dass Straßen saniert würden, die für die Allgemeinheit kaum Nutzen hätten, gibt Müller im Bauausschuss zu bedenken. Es gehe jetzt darum, ein transparentes für die Bürger nachvollziehbares Bewertungsverfahren zu finden. Dies sei letztlich auch der Grund gewesen, das Straßenzustandskataster in Auftrag zu geben.

Untersuchung der Straßen in Staufenberg

Mit den Ergebnissen der Straßenuntersuchung haben sich neben der Verwaltung auch die Ortsbürgermeister und Ortsräte befasst. Aus der Liste der am stärksten betroffenen Straßen sollte sie eine Rangfolge für die Straßen ihrer Dörfer benennen. Es entstand eine Liste mit 42 Straßen, für die Müller dann eine Bewertungsmatrix entwickelt hat. In der Sitzung des Bauausschusses hat er sie jetzt vorgestellt.

Um eine Rangfolge für die Sanierung der Straßen zu finden, schlägt er elf Bewertungskriterien vor: Ausbautyp (geht es um Ausbau, Unterhaltung oder Erschließung?), Finanzierungsmöglichkeiten (sind auch die Anlieger beteiligt?), Bedeutung für den Verkehr (Verbindungsstraße oder Anliegerstraße?), Wichtigkeit (für die Feuerwehr, für die Erreichbarkeit eines Einkaufmarktes, eines Arztes, des Kindergartens oder der Schule), die Anliegerbebauung, der Straßenzustand nach dem neuen Kataster, die Möglichkeit mehrere Bauabschnitte zu bilden, der bisherige Stellenwert der Straße im Haushalt, das Votum der Ortsräte, die Bedeutung für eine Buslinie und schließlich die Planungen Dritter (etwa dringende Arbeiten des Wasserverbandes Peine). Je nachdem, mit welchen Prozentanteilen diese Kriterien gewichtet werden, ergibt sich – ermittelt durch eine Berechnungsformel – die Reihenfolge.

Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen, insofern liegt auch noch keine Rangfolge vor. Zudem ist noch nicht geklärt, ab wann die Bewertungsmatrix in Kraft treten soll und ob bereits im Haushalt beschlossene Projekte erst noch abgeschlossen werden sollen. Über das ganze Paket werden jetzt erst einmal die Fraktionen beraten.

Das letzte Wort hat der Gemeinderat. Die vorgeschlagene Bewertungsmatrix ist über das Ratsinformationssystem auf der Homepage der Gemeinde Staufenberg einsehbar. staufenberg-nds.de

Von Ekkehard Maass

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