Bücher für Kinder, die noch nicht lesen können: Gedichte für Wichte

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Christa Tischmeier liest den Kindern aus mitgebrachten Büchern vor.

Hann. Münden - Das Lesenetzwerk bot eine Lesestart-Aktion für Kinder bis drei Jahre. 

„Wir sind die kleinen Wichte und hören gern Gedichte“, schallen Kinderstimmen mehrstimmig durch den Raum. Es ist die Lesestart-Aktion für die Kleinsten (bis drei Jahre), die am Mittwochmorgen im Kinder- und Familienzentrum Hann. Münden stattfand – eine der Veranstaltungen in der Reihe zum zehnjährigen Bestehen des Lesenetzwerks im Mündener Kulturring.

Christa Tischmeier koordiniert seit zehn Jahren das Lesenetzwerk und führt an diesem Tag durch die Veranstaltung. Die kleinen Zuhörer singen, hören gespannt zu und musizieren mit Rasseln. Es ist das erste Mal, dass für die Kleinsten der Kleinen etwas in diesem Rahmen angeboten wird. Bisher waren es vor allem die Vier- bis Siebenjährigen, die durch Leseaktionen wie in der Stadtbibliothek abgeholt wurden. Seit 2011 gibt es in der Bundesrepublik die Lesestartaktion, vor allem in den Großstädten. Ursprünglich kommt das Konzept für die Kleinkinder aus England. 1992 hat es dort unter dem Namen „Bookstart“ begonnen.

Um es auch in Hann. Münden umsetzen zu können, lernte Christa Tischmeier in Hamburg das Konzept „Gedichte für Wichte“ kennen.

Die Hansestadt schenkt seit 2007 bei der U6-Untersuchung allen Einjährigen ein Buchstart-Set mit ausgewählten Bilderbüchern und vielem mehr. In diesem Rahmen entstand auch „Gedichte für Wichte“, offene und kostenlose Eltern-Kind Lesestunden.

Diesen spielerischen Umgang mit Sprache setzt Christa Tischmeier mit den mitgebrachten Materialien und einer großen Handpuppe um. Die Kinder nehmen die verschiedenen Bücher in die Hand, schauen sie sich an. Ein kleines Mädchen ruft laut: „Fertig“ und stöbert nach dem nächsten Buch. Dass Lesen Spaß macht, lernen hier schon die Kleinsten.

Bei „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ handelt es sich um ein bundesweites Leseförderprogramm. Finanziert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Seit 2011 bietet die Stiftung Lesen es in Deutschland an und möchte damit das kindliche Lesen fördern. Die Kinder werden von klein auf bis zum Schulstart begleitet. 

Die nächste Veranstaltung: 

In der Reihe der Veranstaltungen zum zehnjährigen Bestehen des Lesenetzwerkes im Mündener Kulturring geht es am Freitag, 31. Mai, ab 17 Uhr im Hof der Radbrunnenstraße 17 in Hann. Münden um „geföhnte Rasen“ und „gesteinigte Vorgärten“.

Die Hobbygärtnerinnen Margret Jäckle und Nortrud Riemann lesen aus dem Buch „Hier wächst nichts“, teilt Christa Tischmeier vom Lesenetzwerk mit. Der Eintritt ist frei.

In dem Buch lassen die Autoren Jörg Pfennigschmidt und Jonas Reif – Gärtner und Landschaftsplaner – kein gutes Hälmchen an Hobbygärtnern. Ironisch, humorvoll und böse lästern sie über gärtnerische Entgleisungen, heißt es in der Einladung. Politische Korrektheit sei dabei allerdings nicht immer angesagt – zugunsten des hämischen Lesevergnügens.

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