In der Bücherei: Neugier aufs Buch wecken

Das feste Team der Städtischen Bücherei (von links): Sylvia Goll, Kirsti Hensellek und Mina Pazouki. Foto: Sangerhausen

Hann. Münden. Laut Sparvorschlag für den städtischen Haushalt sollen Archiv, Bücherei und Museum mit der Hälfte Geld auskommen. Wir haben nachgefragt: Wie sind die Einrichtungen derzeit aufgestellt? Heute: Die Bücherei.

Man muss nicht unbedingt lesen können, um die Stadtbücherei in Hann. Münden zu nutzen: Schon Kindergartenkinder kommen und werden mit dem Medium Buch vertraut gemacht beim „Bilderbuchkino“. Für Projekte an Kindergärten und auch an Schulen stellt das Büchereiteam Bücherkisten zu verschiedenen Themen zusammen.

Oder Schulklassen bekommen ein in Absprache mit dem jeweiligen Lehrer auf sie zugeschnittenes Programm in der Bücherei: Zum Beispiel in Form einer Rallye, die Fachliches mit dem Zurechtfinden in der Bücherei kombiniert, beschreibt es Büchereileiterin Kirsti Hensellek. Solche Angebote erarbeitet das Büchereiteam in Eigenregie.

Kirsti Hensellek, Mina Pazouki und Sylvia Goll (zweimal 39 Wochenstunden, einmal 20) bilden das feste Büchereiteam. Sensationell sei, dass drei Ehrenamtliche schon seit zehn Jahren regelmäßig mitarbeiten, so Jürgen Wiemer, Bereichsleiter Gesellschaft und Soziales in der Stadtverwaltung: Helga Geisenhof, Inge Gerdes und Ulrike Kroos wurden dafür im vorigen Jahr von der Stadt geehrt. Sie schließen auch Lücken im Krankheitsfall und helfen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Denn wie auch im Museum gilt für die Stadtbücherei: Während der Öffnungszeiten müssen aus Sicherheitsgründen immer zwei Personen anwesend sein. Sie geben Bücher aus und nehmen zurückgebrachte an, stellen Leseausweise aus und kassieren die Gebühren. Sie beraten, geben Lesetipps und nehmen auch die Wünsche der Besucher entgegen. Hensellek: „Wir legen großen Wert auf den Dialog mit den Besuchern.“

Auch der neue Aufruf verhallte nicht ungehört: Vier weitere Freiwillige meldeten sich, die jetzt in der Bücherei mithelfen, zum Beispiel beim Büchereinbinden oder -reparieren oder beim Zurückstellen der Bücher in die Regale.

Die Ehrenamtlichen fangen auf, was personell bereits eingespart wurde. Nachdem eine Bibliotheksassistentin in den Ruhestand gegangen war, wurde ihre Stelle nicht wieder besetzt - eine Sparmaßnahme der Stadt gemäß Ratsbeschluss.

Rund 15 000 Euro stehen der Bücherei für Neuanschaffungen jährlich zur Verfügung. Es gebe Berechnungssätze für öffentliche Büchereien, sagt Kirsti Hensellek, die für eine Stadt in der Größe Hann. Mündens eigentlich die doppelte Summe vorsähen.

Wer die Stadtbücherei nutzen will, muss Gebühren zahlen: Für Erwachsene sind das 13 Euro im Jahr - wobei das Jahr ab Anmeldebeginn zählt. Jeder Nutzer erhält einen Leseausweis, mit er dann fast ohne weitere Gebühren ausleihen kann. Ausnahmen: Für die Nutzung der Fernausleihe wird eine Bearbeitungsgebühr von 1,50 erhoben, das Ausleihen einer DVD kostet zwei Euro.

Für Kinder und Jugendliche sowie Personen, die finanziell schlechter gestellt sind, gibt es eine Ermäßigung, dann kostet die Jahresgebühr nur sechs Euro. Der Tarif für ganze Familien liegt bei 20 Euro.

Die Bücherei nimmt auch Buchspenden an. Allerdings sollten die Bücher nicht älter als fünf Jahre sein, gibt Büchereileiterin Hensellek eine grobe Richtschnur vor. Man habe auch schon ältere Bücher angenommen, wenn es beispielsweise Klassiker waren, doch das hatte sich nicht gelohnt: Der Leim sei dann einfach zu alt und breche leicht. So waren die Exemplare kaum in den Bestand eingepflegt, da mussten sie schon wieder aussortiert werden. (tns)

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