Interview

Bürgermeister Eilers zu den Plänen der Samtgemeinde Dransfeld 2022

Neubau an der Grundschule Dransfeld
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Neubau an der Grundschule Dransfeld: Seit September wird hier unterrichtet. Die technische Ausstattung ist Vorbild für die Digitalisierung aller Klassenräume.

Zu Beginn des Jahres 2022 blickt Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers im Gespräch mit der HNA auf 2021 zurück und wirft einen Blick auf kommende Projekte.

Herr Eilers, wie ist das Jahr 2021 für die Samtgemeinde verlaufen?

Wie bei allen Gemeinden war Corona das Hauptthema. Das Testzentrum in der Stadthalle wird gut angenommen. Beim Impfen zum Jahreswechsel war die Nachfrage leider nicht so hoch wie erwartet. Diese Organisation verbraucht viele Ressourcen, trotzdem haben wir unser Tagesgeschäft gut hinbekommen. Wir haben im Rathaus die Terminvergabe eingeführt und werden sie wahrscheinlich beibehalten. Bei unseren Baumaßnahmen blieben die Verzögerungen im Rahmen. Die MitarbeiterInnen haben neben Corona auch die Wahlen organisiert. Das war eine außergewöhnliche Leistung.

Wie hat sich die Pandemie auf die Finanzen ausgewirkt?

Die Befürchtungen, die wir Anfang der Pandemie hatten, sind zum Glück nicht eingetreten. Unsere größte Einnahmequelle ist die Einkommenssteuer. Da hatten wir einen Einbruch um zehn Prozent. Aber den konnten wir kompensieren, weil die Gewerbesteuern gleichermaßen nach oben gegangen sind – Wir haben viele Handwerksbetriebe, denen es gut geht. Es geht uns also nicht schlechter als vor der Pandemie. Während die Einnahmenseite stabil ist, geht aber die Ausgabenseite steil nach oben. Baumaßnahmen und Energiekosten werden teurer. Das müssen wir weiter beobachten.

Wie ist die Digitalisierung von Verwaltung und Schulen vorangegangen?

Das Geld ist da, aber wir können es nicht ausgeben. Zum einen ist es schwer, die Hardware zu bekommen. Zum anderen müssen wir uns als Kommune an das Ausschreibungsrecht halten und das lähmt den Prozess. Wir haben jetzt Geräte für Lehrer angeschafft und das W-Lan der Schulen ausgebaut. Was die Digitalisierung der Verwaltung betrifft soll bis Ende 2022 das Online-Zugangsgesetz umgesetzt werden. Hardware und Software sind vorhanden. Hauptproblem sind die Fachkräfte für die Umsetzung auf allen Ebenen. Und es fehlen schlicht Angaben des Landes.

Wie steht es um den Breitbandausbau?

Die Goetel hat die Samtgemeinde beim Breitbandausbau durchaus weitergebracht, trotz aufgerissener Bürgersteige. Denn sonst hätten wir nur das Vektoringsystem der Telekom. Die Dörfer sind jetzt deutlich besser angebunden als die Stadt. Wir sind mit der Goetel im Gespräch, dass sie auch in Dransfeld und den Ortsteilen ausbauen.

Großes Interesse gíbt es am Seilrutschenpark am Hohen Hagen. Was kann man für 2022 erwarten?

Wir werden jetzt Gespräche mit den Beteiligten führen und im Frühjahr eine Bürgerinformation anbieten. Danach folgt ein zweites Beteiligungsverfahren. Dann müssen wir zu einer Entscheidung kommen, ob es umgesetzt wird oder nicht, das ist immer noch offen. Ich bin der Meinung, dass es ein interessantes Projekt für unsere Region ist.

Auch die Pläne für Windkraft im Landkreis werden diskutiert...

Wir werden uns in der Samtgemeinde nie gegen den Bau von Windkraftanlagen wehren können, das hielte ich auch für falsch.   Die Gesamtkonzeption muss noch überarbeitet werden und das müssen wir zu unseren Bedingungen mitgestalten.   Als Gemeinde werden wir uns auch im Beteiligungsverfahren des Landesraumordnungsprogrammes äußern. Seit dem 1. Januar ist das Regionale Raumordnungsprogramm außer Kraft. Das ist für uns eine undankbare Situation. Denn es kann sein, dass Investoren bauen wollen, wo es nicht durch den Landkreis ausgeschlossen ist. Wir beziehen uns jetzt auf unseren Flächennutzungsplan und dessen Ausschlusswirkung.

Für 2022 gibt es noch keinen Haushaltsplan. Wann wird der veröffentlicht?

Die Zahlen werden aktuell zusammengetragen.   Die Stadt wird vor Ostern und die Samtgemeinde nach Ostern beraten. Parellel bereiten wir noch Jahresabschlüsse vor.

Was steht für die Samtgemeinde 2022 noch an?

Wir haben uns einen langen Zeitraum mit der Konsolidierung beschäftigt. Das haben wir erreicht. Jetzt müssen wir schauen, dass wir das, was wir erreicht haben, nicht nur bewahren sondern auch weiter verbessern.   Zum Beispiel müssen Rathaus und Stadthalle saniert werden und Klimaporjekte finanziert werden. Die Feuerwehren brauchen neue Atemschutzgeräte und Zysternen. Der Fachkräftemangel ist ein ganz zentrales Thema. Wenn wir Baugebiete schaffen wollen, kommen Familien mit Kindern und die brauchen Betreuung. Es gibt also nicht ein großes Leuchtturmprojekt, sondern eine Menge von vielen kleinen Schritten.   Wir wollen uns in allen Bereich verbessern.

Von Kim Henneking

Anfang 2021 standen diese Themen auf dem Plan in der Samtgemeinde.

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