Von Büroklammer bis Polizeihubschrauber

Besuch im Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) in Gimte: Der Arbeitskreis Wirtschaft – (von links) Stefan Klein, Mareet Westphely (Grüne), Gerd Will, Dr. Gabriele Andretta, Ronald Schminke, Susanne Menge, Sabine Tippelt – hier mit Frank Hintze, Geshäftsführer des LZN. Foto: Sangerhausen

Gimte. Je mehr Kunden, destor günstiger wird es für alle Beteiligten, weil bei großen Bestellungen besonders gute Konditionen ausgehandelt werden können - auf diesen Nenner brachte Geschäftsführer Frank Hintze das Erfolgsrezept des Logistik Zentrums Niedersachsen (LZN).

Der Arbeitskreis Wirtschaft des Niedersächsischen Landtages informierte sich auf Einladung des Landtagsabgeordneten Ronald Schminke (Mitglied im Wirtschaftsausschuss) über Tourismus und Wirtschaft in der Region. Am Dienstag besuchte die Gruppe das Logistik Zentrum Niedersachsen, LZN, in Gimte.

Seit fünf Jahren betrage das Wachstum 20 Prozent. „Wir werden mit Anfragen überschüttet“, die jüngsten kamen vom ADAC und vom Zoll, der Umsatz werde dieses Jahr um 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen, berichtete Geschäftsführer Hintze weiter.

Das Warensortiment reiche „von der Büroklammer bis zum Polizeihubschrauber“. Nur ins Saarland und nach Thüringen gebe es noch keine Aufträge, sonst liefere der Landesbetrieb LZN in die ganze Republik.

Die Zuwachsraten bei den Aufträgen seien zweistellig, die Mitarbeiterzahl auf fast 100 gestiegen. Laut Wirtschaftsplan werde dieses Jahr ein Umsatz von 121,3 Millionen Euro erreicht, im vergangenen Jahr waren es 93,1 Millionen. Bei all dem finanziert sich das LZN komplett selbst und tüftelt an weiteren Möglichkeiten: So arbeite man an einer einheitlichen Tankkarte fürs ganze Land, mit der Sprit günstiger gezapft werden kann.

Ob denn beim Einkauf darauf geachtet werde, dass die Waren auch unter guten Arbeitsbedingungen hergestellt werden, wollten die Gäste wissen. Hintze bejahte: Und da Papier geduldig sei, werde man bei der Produktion in Asien sogar direkt überprüfen, ob dort alles so läuft, wie es das Gütesiegel verspricht.

Heute bestellt, morgen da: Gerhard Blackert, Leiter der Abteilung Logistik, führte die Besucher durch das Lager, wo sie unter anderem erfuhren, dass Qualitätskontrolle hier auch heißt: Die Verbesserungsvorschläge der Kunden werden aufgenommen.

Einen Coup hat das LZN mit seinem Uniform-Recycling gelandet: Junge Designer der Kunsthochschule Hannover entwarfen Taschen und Rucksäcke, die aus einstigen Motorrad-Kombis genäht werden. Hier arbeitet das LZN mit einer Behindertenwerkstatt in Hannover zusammen. Im Nachfolgeprojekt sind die Göttinger Werkstätten im Boot: Dort werden, nach eigenen Entwürfen, aus der Bekleidung von Forstbeamten Taschen und Accessoires genäht. Drei bis vier Werkstatt-Mitarbeiter haben damit mindestens zwei Jahre einen Job. Das LZN verdient daran nichts: Der Projekterlös wird gespendet. Bestellen kann man auf der LZN-Website (www.lzn.niedersachsen.de). (tns)

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