Piratenpartei

Bundestagskandidaten im Porträt: Dana Rotter, keine Angst vorm Mikrofon

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Immer mit einer lockeren Ansprache ans Publikum: Dana Rotter moderiert die offene Bühne – hier in der Tangente, wo sie gerade Uwe Freymuth ankündigt, Göttinger Singer-Songwriter.  

Landkreis Göttingen. Zur Politik kam sie über die Kultur: Dana Rotter tritt für die Piratenpartei an. 

Mit wenigen schnellen Schritten ist Dana Rotter auf der Bühne, setzt sich auf den Barhocker ans Mikrofon und begrüßt locker die Gäste in der Tangente. In dem Göttinger Lokal ist an dem Abend der Verein „Kreuzberg on Kultour“ zu Gast mit der Offenen Bühne, und die Bundestagskandidatin der Piraten moderiert. „Durch meine Arbeit beim Stadtradio Göttingen bin ich den Umgang mit dem Mikrofon gewöhnt“, sagt sie. So ist dieser Ehrenamtsjob an ihr hängengeblieben. Veranstaltungen organisieren und publik machen, Kulturschaffenden eine Bühne bieten – dieses Hobby hat sie letztendlich in die Politik gebracht.

Kultur ist ein Grundbedürfnis, findet sie. Als das Café Kreuzberg schloss, „mein Stammlokal“, und einen Hilferuf aussandte, um das kulturelle Angebot weiterführen zu können, stieg Dana Rotter ein und fand sich bald mitten in politischen Diskussionen wieder: Die Debatte um den Verkauf der ehemaligen Voigtschule in Göttingen nennt sie als Beispiel für „ein sehr intransparentes Verfahren“. Mehr Transparenz, komplizierte Vorgänge für alle verständlich erklären, Bürger in Ausschüssen zu Wort kommen lassen – mit diesen Wünschen aus der eigenen Erfahrung landete sie zuerst am Piraten-Stammtisch, dann als Kandidatin der Piraten bei der Kommunalwahl und schließlich im Göttinger Stadtrat.

Geplant gewesen sei diese politische Blitzkarriere nicht, sagt sie lachend nach einem weiteren kurzen Stopp auf der Bühne. Auch nicht, dass sie jetzt für den Bundestag kandidiert. Sie rechnet nicht damit, ein Mandat zu bekommen, „aber für die Partei ist die Kandidatur eine gute Sache, gut für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.“

Und schon sprudelt heraus, was es aus ihrer Sicht alles noch zu tun gibt: Alters- oder Kinderarmut „geht gar nicht“, da müsse eine Grundsicherung her. Man dürfe nicht aufhören, komplizierte Strukturen den Bürgern zu erklären, denn, nur, wer einen Sachverhalt versteht, kann sich auch eine Meinung bilden, und der Bund müsste die Kommunen, die viele Kosten tragen müssen, stärken. Arbeit, Kommunalpolitik und Kultur-Ehrenamt – wo bleibt da die Entspannung? Ihr Engagement sei zwar „Arbeit, aber das ist für mich auch entspannend“, sagt Dana Rotter. Und wenn mal gar nichts anliegt, dann geht sie gern schwimmen, liest (Ben Aaronovitch: Der Galgen von Tyburn) oder, gesteht sie, schaut sich Fernsehserien an, vorzugsweise Doktor Who, Star Trek und Supernatural.

Zur Person

Dana Rotter (31), in Hannover geboren, zum Studium der Germanistik und Geschichte nach Göttingen (Abschluss: 2011) gekommen und „der Liebe wegen“ geblieben. Sie war früher als freie Journalistin für das Stadtradio Göttingen tätig, arbeitet jetzt als Buchhändlerin und engagiert sich im Betriebsrat. Über ehrenamtliches kulturpolitisches Engagement kam sie 2016 zu den Piraten, kandidierte für den Stadtrat Göttingen und wurde gewählt.  

Zehn kurze Fragen an Rotter: 

• Jeans oder Stoffhose? Jeans
• Meer oder Berge? Meer
• Facebook oder Twitter? Facebook
• Bier oder Wein? Wein
• Fußball oder Formel 1? Fußball
• Hotel oder Zelt? Zelt
• Mercedes oder Tesla? Tesla
• Rock oder Pop? Rock
• Eichsfelder oder Gemüsebratling ? Eichsfelder
• Aufzug oder Treppe? Treppe

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Kommentare

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