Kandidaten im Wahlkreis 53 (Göttingen)

Bundestagswahl: Kay Langemeier (MLPD) ist eine „Stimme für Veränderung“

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Gespräch im „Inti“: Hier trifft sich Kay Langemeier oft mit politischen Mitstreitern. Mal wird diskutiert, mal die nächste Plakat-Aktion oder Demonstration geplant.

Göttingen. Kay Langemeier tritt für die Internationalistische Liste/MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) als Kandidat im Wahlkreis 53 zur Bundestagswahl an.

Wenn es um Politik geht, kommt der 40-Jährige schnell in Fahrt. Langemeier ist ein politscher Mensch, nach eigener Auskunft verbringt er die Hälfte seiner freien Zeit mit politischer Arbeit. 

Gesellschaftliche Polarisierung

Nach wenigen Augenblicken im Göttinger Café Inti –wo er sich oft mit Mitstreitern trifft – spricht er von einer „gesellschaftlichen Polarisierung“. Die Gesellschaft rücke nach links, Regierungen nach rechts. Hohes Streikniveau, und Widerstand gegen Rechtspopulisten auf der einen Seite, Faschismus in der Türkei, Protektionismus in Großbritannien und den USA auf der anderen. Von Merkels verflogener Willkommenspolitik ganz zu schweigen.

Der Kommunist, wie er sich selbst nennt, wird wohl keine Chance haben, in das Parlament einzuziehen – das sei auch gar nicht das Ziel, sagt Langemeier. „Eine Stimme für uns ist eine Stimme für gesellschaftliche Veränderung. Eine tief greifende Veränderung“, erklärt er. 

Bündnis aus Migranten und Sozialisten

„Uns“, damit ist nicht nur die MLPD, gemeint. Hinter der „Internationalistischen Liste“ stehen verschiedene Organisationen von Kurden, Palästinensern und Sozialisten. Es gehe darum, dass sich die Menschen mehr selbst organisieren. Von heute auf morgen sei die Revolution sowieso nicht machbar.

Revolution? Er meine damit keine brennenden und verbarrikadierten Verwaltungsgebäude. Die Linken der Internationalistischen Liste/MLPD wollen Herrschaftsverhältnisse umkehren. Kurzum: Den Kapitalismus abschaffen, Arbeiter an die Macht. Die MLPD nennt das „echten Sozialismus“. „Die DDR hat damit nichts zu tun“, sagt er.

Zwei Berufsausbildungen, dann Studium

Langemeier ist selbst als Arbeiter in die Zahnräder des Kapitalimus’ gekommen. In den 1990er Jahren absolvierte er zwei Berufsausbildungen. Als er Brauer lernte, erfuhr er bei einem Großstreik, „was echte Solidarität untereinander bedeutet“. Die Arbeiter hatten eine Macht gegenüber ihren gierigen Bossen, erzählt er. 

Als sein zweiter Arbeitgeber, eine Dorfbäckerei, unter wirtschaftlichem Druck einknickte, hatte er genug von Arbeitslosigkeit und „Ausbeutung der Arbeitskraft“. Er begann ein Mathe-Studium, heute arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Göttingen und an einer Göttinger Schule. 

Zur Person:

Kay Langemeier (40) wurde am 4. August 1977 in Rinteln geboren. Von 1993 bis 1996 machte er eine Ausbildung zum Brauer. 1996 begann er in Rinteln eine Ausbildung zum Bäcker, die er 1999 abschloss. Im Jahr 2002 legte er in Bielefeld sein Abitur ab, ehe er ein Mathematik-Studium in Hannover begann. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Göttingen. Seit 2015 ist er in Teilzeit an der Uni sowie Lehrer an einer Göttinger Schule.

Zehn kurze Fragen an Kay Langemeier: Mit dem Tesla zum Zelten

Jeans oder Stoffhose? Jeans 

Meer oder Berge? Berge 

Facebook oder Twitter? Twitter 

Bier oder Wein? Bier (eigentlich beides) 

Fußball oder Formel 1? Fußball 

Hotel oder Zelt? Zelt 

Mercedes oder Tesla? Tesla 

Rock oder Pop? Rock 

Eichsfelder oder Gemüsebratling? Gemüsebratling 

Aufzug oder Treppe? Treppe

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