Hilfe für psychisch Kranke

Caritas Hann. Münden gibt Halt für den Alltag

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Tag der offenen Tür bei Caritas Wohnen. Einrichtungsleiterin Ursula Apostel zusammen mit Sascha Wickner (links) und Johannes Henrici. 

Caritas Wohnen bietet Menschen mit einer psychischen Erkrankung Betreuungsangebote. 35 Plätze stehen in Hann. Münden zur Verfügung.

„Den Menschen eine Struktur und Routine im Alltag zu geben, das steht bei uns im Vordergrund“, sagt Sozialpädagogin Ursula Apostel, Leiterin von Caritas Wohnen am Tag der offenen Tür. Träger der Einrichtung ist die Stiftung Katholische Behindertenhilfe im Bistum Hildesheim.

Seit einem Jahr ist das zentrale Gebäude mit Verwaltung und Gemeinschaftsräumen für die Tagesangebote in einem umgebauten historischen Gebäude an der Langen Straße 23 angesiedelt. Ganz in der Nähe der Fußgängerzone und trotzdem in ruhiger Lage. Für Apostel ein perfekter Standort. Die 10 bis 15 dazugehörenden Wohnungen mit Platz für bis zu vier Bewohnern sind in der Innenstadt verteilt. Die Klienten, wie sie hier genannt werden, sind so besser in das Stadtleben eingebunden, sagt Apostel. Sie gehen hier einkaufen, spazieren und begegnen Menschen. Das ist auch am Tag der offenen Tür zu beobachten. Einige Bewohner trinken bei Sonnenschein mit Besuchern im Eingang Kaffee, andere essen im oberen Stockwerk Kuchen.

Ursula Apostel zeigt sich gegen Ende zufrieden mit dem Tag der offenen Tür. Das Publikum sei gemischt gewesen, Familienangehörige, ehemalige Klienten und Einwohner der Stadt. „Ein Treffpunkt für Menschen, um ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft zu erfahren“, so Apostel.

1990 startete die Einrichtung in Hann. Münden als Wohnheim Schäferhof. 2015 feierten sie 25-jähriges Bestehen. Nächstes Jahr steht bereits der 30. Geburtstag an. Die, die hier leben, können den Alltag mit eigener Wohnung nicht bewältigen. Eine Routine zu erschaffen, so Apostel, fange damit an morgens aufzustehen, sich anzuziehen und zur sogenannten Tagesstruktur zu gehen. Die Tagesstruktur sei das interne Beschäftigungsangebot. Hier stehe kreatives Gestalten, Bewegungsangebote, Gedächtnistraining und vieles mehr auf dem Plan.

Und mittags werde gemeinsam gekocht und gegessen. Was man hier lernt, soll im eigenen Leben anwendbar sein. Um die 20 Bewohner nehmen das Angebot an, ein paar weitere machen sich morgens auf den Weg zu den Göttinger Werkstätten in Gimte. „Nach getaner Arbeit kehren alle eigenständig in ihre Wohnungen zurück“, erzählt Apostel.

Viele kommen über das Asklepios Fachklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie Göttingen. Nach abgeschlossener Behandlung ist der Schritt für manche in den alten Alltag und die eigene Wohnung nicht machbar. Sie sind die kleine Zahl derer, die nicht direkt zurück ins eigenständige Leben finden. Hier fängt Caritas Wohnen sie auf. Für die medikamentöse Einstellung kommt regelmäßig eine Psychiaterin vorbei, viele werden auch durch ihren Hausarzt dabei unterstützt, so Apostel.

Bei Caritas Wohnen direkt arbeiten keine Psychologen, die Menschen werden durch pädagogisches Personal betreut.

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