Lockerungen nicht im Privaten

Corona in Dransfeld: Konfirmation ohne Feier in Scheden?

Hoffen auf Lockerungen für die Konfirmationsfeiern: Konfirmanden und Angehörige aus Scheden.
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Hoffen auf Lockerungen für die Konfirmationsfeiern: Konfirmanden und Angehörige aus Scheden.

Vergangenes Jahr verschoben viele Jugendliche ihre Konfirmation auf 2021. Die Hoffnung: mehr Freiheiten zum Feiern. Eltern und Jugendliche in Scheden haben beim Land nachgefragt.

Scheden – Wer erinnert sich nicht gern an die eigene Konfirmation, als großen Schritt in das Erwachsenwerden und was man danach alles schon durfte. Die derzeitigen Konfirmanden werden Ihren Tag wohl auch als ein Gezerre um das, was man alles nicht durfte im Gedächtnis behalten.

Scheden: Konfirmation nur im engen, privaten Rahmen

Der zuständige Kirchenvorstand hatte zusammen mit einem Großteil der Konfirmandenfamilien in 2020 beschlossen, die Konfirmationen zu verschieben, aber das Angebot zur Einzelkonfirmationen gemacht. Überwiegend wurde der Entschluss der Konfirmanden getroffen, als Gruppe in 2021 konfirmiert werden wollte. Das war ihnen für die Gemeinschaft wichtig.

„Wir sind so froh, dass sich unser Sohn Jacob im letzten Jahr dazu entschlossen hat sich in 2020 konfirmieren zu lassen. So konnten wir im letzten Jahr, zwar unter Auflagen, aber mit 40 Personen im Garten seine Konfirmation feiern“, meint Beate Beuermann-Lohrengel.

Auch sie ist am Donnerstagnachmittag an die Schedener Kirche gekommen. Dort trafen sich ein Teil der Eltern und Jugendlichen, welche sich im letzten Jahr dazu entschlossen hatten, ihre Konfirmation um ein Jahr zu verschieben. Die Hoffnung war groß, dass in diesem Jahr alles freier sein würde. Doch leider ist das ganze Gegenteil eingetroffen und Eltern sowie Konfirmanden können die aktuell geltenden Richtlinien und Verbote nicht nachvollziehen. Sie sehen diese im Vergleich zu laufenden Lockerungen in anderen Bereichen als ungerecht.

Zehn Personen aus drei Haushalten

Laut den geltenden Richtlinien dürfen im privaten Bereich auch weiterhin maximal nur zehn Personen aus drei Haushalten gemeinsam feiern. „Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt. Doch was ist, wenn man vier Haushalte hat, aus denen jeweils nur einer noch nicht geimpft oder genesen ist. Wenn wir Omas und Opas einladen, die Paten aus zwei Haushalten plus uns als Familie mit einem erwachsenen Sohn, dessen Verlobte aber noch im eigenen Haushalt lebt? Funktioniert schon nicht“, meinte eine Mutter.

Katja Keul, Mutter eines Konfirmanden, fragte per Mail bei Ministerpräsident Stephan Weil nach, warum eine Gesellschaft mit 100 Personen in einem geschlossenen Raum in der Gastronomie feiern darf, Kinos, Diskotheken und Theater wieder besucht werden dürfen und selbst Sportveranstaltungen wieder zugelassen werden, aber für eine Konfirmationsfeier in einem Landkreis dessen Inzidenzwert seit Tagen niedrig liegt weiterhin derart strenge Vorschriften gelten, die auch mit einem Negativtest aller Gäste nicht entschärft werden können.

„Kontaktbeschränkungen für private Feiern“

Laut einem Antwortschreiben aus dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung heißt es: „Sofern Sie Ihre Feierlichkeiten nicht in einem Gastronomiebetrieb ausrichten möchten, gelten weiterhin die Kontaktbeschränkungen für private Feiern.“

Doch nicht alle Familien hätten das Geld, die komplette Konfirmation in der Gastronomie zu feiern. Die Kinder säßen alle morgens im Bus zusammen, dürften auch gemeinsam Sport treiben, aber die Konfirmationsfeier mit Familie und Freunden bleibe selbst als Außenveranstaltung mit Negativtest und Kontaktliste verboten. Das sorgt in Scheden für Unverständnis. (Margitta Hild)

Das sagt: Die Landesregierung

Der Stufenplan 2.0 des Landes war vor Kurzem in die Kritik geraten: „Es gibt noch Unwuchten in der Verordnung“, heißt es auf einer Pressekonferenz des Krisenstabs. Zahlreiche Bürger hätten die Landesregierung darauf hingewiesen, wo noch Handlungsbedarf bestehe. Bezüglich Feiern sei aber noch Vorsicht geboten, betonte aber Claudia Schröder, Chefin des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen. „Wir müssen bei den Feiern in den nächsten Wochen noch vorsichtig sein“, so Schröder. Zwar würde die aktuellen Fallzahlen niedrig erscheinen. Das sei aber lediglich der Fall, da die Infektionszahlen im Winter derart hoch gewesen seien. „Wir haben hier immer noch ein turbulentes Infektionsgeschehen und wir haben es mit Virusvarianten zu tun“, betonte sie. (Thomas Schlenz)

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