Lesung im Garten

Daniel von Trausnitz zu Gast am Museumshof in Scheden

Daniel von Trausnitz am Museumshof in Scheden
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Daniel von Trausnitz las am Museumshof in Scheden aus seinem neuen Programm vor.

Künstler Daniel von Trausnitz hat auf dem Museumshof in Scheden aus seinem Programm „alles bleibt anders“ gelesen. Die Gäste im Museumsgarten ein Picknick gemacht.

Ein lauer Sommerabend, warmes Abendlicht im Museumsgarten, Menschen die sich freuten, endlich einmal wieder gemeinsam lachen zu können und ein sehr ambitionierter Künstler in dessen Nacken der Schalk saß. Am Freitagabend (23.07.2021) hat einfach alles zum perfekten Flair auf dem Museumshof in Scheden gepasst.

Während die Gäste es sich mit dem mitgebrachten Picknick im Garten hinter dem Museum gemütlich machten, lief die Hofkatze mit einer gefangenen Maus vorbei, der Graureiher kreuzte im Tiefflug – eine hyggelige Lesungsatmosphäre. Mit den Worten: „Ich werde euch einen schönen Abend mit meinen Texten bereiten, die ich zum Teil selber nicht verstehe“, begann Daniel von Trausnitz, sich in seinem neuen Programm „alles bleibt anders“ unterschiedlichsten Themen zu widmen.

Gäste können vor Lachen nicht mehr essen

So sollte er beim Telefonat mit einer Hotline für Menschen mit psychischen Problemen als Anrufer mit einer Zwangsneurose immer wieder die Eins drücken, bei einer Co-Abhängigkeit die Bitte einen anderen für ihn die Zwei drücken zu lassen, multiple Persönlichkeiten die Drei, Vier, Fünf und Sechs, bei Wahnvorstellungen bitte die Sieben und es würde eine Verbindung zu seinem Raumschiff hergestellt werden.

Nach einer schmerzlichen bierreichen Liebeskummerphase wachte er am „nächsten Morgen“, ergo am frühen Abend auf, weil sein Nachbar ihn um Geld anpumpen wollte. Er lehnte mit den Worten ab: „Ich bin arbeitslos. Ich esse püriertes Wasser und selbst das ist nur Instant-Wasser“. Letztendlich ging er zum Fitnessstudio um seinen neuen, gesünderen Lebenswandel mit einer Unterschrift auf einem Zweijahresvertrag zu besiegeln. Kim, die körpergestählte Fitness-Queen mit der Sidecut-Frisur und einer Figur, als trüge sie nur um die Reifen zu schonen, jeden Tag ihr Auto nach Hause, hatte gerade Zeit und so begann er auch gleich mit einem Probetraining.

Kleinkunstfestival in Scheden?

Als von Trausnitz seine Bestellung am Lautsprecher eines Fastfood-Konzerns im „Drive in“ mit bewusste-spielerischem Falschverstehen, die Mitarbeiterin zur Weißglut trieb, hatten die Besucher bereits vorsichtshalber aufgehört ihre Picknickhäppchen weiter zu verspeisen, da diese zunehmend Gefahr liefen Hustenanfälle beim Lachen zu verursachen. Der Abend gipfelte mit der Geschichte vom Pappelwappenklapperritter, einem Zungenbrecher-Echtzeimarathon, der die Zuhörer nur noch lachend die Köpfe schütteln ließ.

Dass die Gäste sich persönlich beim Künstler für den Abend bedankten, sprach für sich. „Mir gefällt einfach sein Tiefgang und Feingeist. Er ist so authentisch“, sagte Veranstalterin Birgit Beuermann. In Ihrer einstigen Heimat habe es zahlreiche Kleinkunstbühnen gegeben, bei denen sie oft zu Gast war. Ihr Traum sei es, ein Kleinkunstfestival auf Höfen in Scheden zu verwirklichen. Künstler sind willkommen, sich für Veranstaltungen beim Museumshof zu melden.

Von Margitta Hild

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