Grundschul-Anbau, Digitalisierung und Finanzen

Das beschäftigt die Samtgemeinde Dransfeld 2021: Bürgermeister Eilers im HNA-Interview

Ein Bauzaun und Kran stehen im Schnee vor der Grundschule Dransfeld
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Die Bauarbeiten haben 2020 begonnen: Die Grundschule Dransfeld erhält einen neuen Anbau. Das Foto wurde Anfang Januar 2021 aufgenommen.

Bürgermeister Mathias Eilers schaut im Gespräch mit der HNA zurück auf das vergangene Jahr in der Samtgemeinde Dransfeld und wirft einen Blick auf die Themen, die 2021 bewegen werden.

Wie war das Jahr 2020 für die Samtgemeinde?

Wir haben uns 2015 mit dem Zukunftsvertrag dem Ziel verschrieben uns zu konsolidieren, dass wir endlich mal wieder ein bisschen Geld auf dem Konto haben und es uns leisten können auch zukunftsträchtige Investitionen durchzuführen. 2019 war ja das Jahr, was den Wechsel gebracht hat. Wir konnten die Verlustvorträge der Vergangenheit komplett auf Null stellen und Gelder an die Gemeinden zurückgeben. Eigentlich sollten wir 2020/21 in die Phase gehen, wo wir mehr ausgeben können und dann kam die Pandemie. Das hat natürlich vollkommen neue Aufgaben gebracht. Bei unserer Größenordnung von Verwaltung konnte 2020 zwangsläufig nicht jedes Projekt in dem Maße verfolgt werden wie geplant. Wir haben unsere Kindergärten und Schulen in der Organisation unterstützt. Das Ordnungsamt hat die Geschäfte beraten. Wir haben ständig neue Anforderungen bekommen.

Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Finanzen der Samtgemeinde?

Kleine Gemeinden wie wir leben von der Einnahmesteuer, die großen von der Gewerbesteuer, die kompensiert wird. Die Stadt Dransfeld hat als einzige 50 000 Euro erhalten. Wir konnten die Einnahmeausfälle kompensieren, sodass wir nicht schlechter dastehen als der Plan, aber ohne Pandemie könnten wir um 400 000 Euro besser dastehen.    Das ist jammern auf hohem Niveau, wir konnten zurechtkommen, das lässt einen vorsichtig optimistisch nach vorne gucken.

Was konnte umgesetzt werden?

Wir haben wichtige Projekte auf den Weg gebracht. Wie den Anbau an der Grundschule Dransfeld. Wir haben in Jühnde die Sanierung am Kindergarten abschließen können und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten geschaffen. Dazu noch zwei neue Fahrzeuge für die Feuerwehr.

Was steht noch aus?

Wir wären gerne schon deutlich weiter, was die Digitalisierung der Verwaltung betrifft. Da arbeiten wir jetzt mit Hochdruck weiter dran. Beim Breitbandausbau hat es lange Zeit sehr stark gehakt. Die Goetel will jetzt zeitnah alle Anschlüsse scharf schalten, hoffentlich noch in diesem Quartal. Auf Telekom-Seite sind wir auch soweit durch, mit Ausnahme des Quartiers Huhnsberg. Weil dort das alte Kabelfernseh-Kabel von Vodafone liegt, wurde es nicht durch die Telekom ausgebaut. Hier müssen wir nachhaken.

Kritisiert wird oft der Zustand, in dem die Straßen zurückgelassen werden.

Das ist nach wie vor ein Problem. Es haben noch nicht viele Abnahmen stattgefunden. Wir sind jetzt in der Nachbesserung der Nachbesserung. Ich bin mal gespannt, wann es tatsächlich fertig wird. Wichtig ist erst einmal, dass das Signal in die Häuser kommt.

Welche Themen werden 2021 wichtig?

In diesem Jahr hat die Digitalisierung der Schulen höchste Priorität. Die ersten Geräte aus dem Landesprogramm sind für Februar angekündigt. Das ist ein Satz mit etwa 12 Geräten pro Schule. Dann kommt die digitale Ausstattung der Räumlichkeiten. Und das Regionale Raumordnungsprogramm wird uns beschäftigen. Aktuell sind wir dabei Argumente zu sammeln gegen die vom Landkreis vorgebrachten Vorschläge für Windvorranggebiete, mit Hinweis auf unseren selbst erstellten und von den Räten abgestimmten Flächennutzungsplan. Dann haben wir nach wie vor eine höhere Nachfrage nach Wohnraum als im Angebot, wir haben keine Leerstände. Wir müssen diese Situation mit Augenmaß nutzen und den Leuten ein Angebot machen hier bei uns zu leben. Im Niemetal werden neue Flächen ausgewiesen, in Dransfeld sind 40 Bauplätze an der Zaunstätte annähernd fertig und am ehemaligen Festplatz wird gebaut.

Wie geht es mit dem Seilrutschenpark weiter?

Da gehen wir verstärkt in die Diskussion. Wir erwarten im Februar die Unterlagen für die erste Auslegung. Wir bewegen uns derzeit im Konflikt, inwieweit der Park naturnah ist oder nicht. Das werden wir hoffentlich auch in großen Runden diskutieren und eine Lösung finden. Ich bin sehr optimistisch, dass das möglich ist. Nach wie vor ist die Fläche Gemeindeeigentum, der Stadtrat und der Forstrat haben das letzte Wort.

Was ist durch die verbesserte finanzielle Lage nun möglich?

Die Sanierung der Infrastruktur – Gehwege müssen saniert werden. Zum Beispiel im Bereich Wallgraben/öffentliches Grün kann man pflegerisch und gestalterisch wieder verstärkt rangehen. Bei den Friedhöfen besteht die Frage der Insektenfreundlichkeit.   Dann die Schaffung von mehr Krippenplätzen, neue Räume, die Ausstattung kann erweitert werden. Als Samtgemeinde ist es unser Ziel, möglichst viel an die Gemeinden zurückzugeben, wir sind keine Sparkasse.

Dieses Jahr ist Kommunalwahl. Werden Sie wieder antreten?

Sicherlich macht die Arbeit Spaß. Jetzt ist es noch zu früh, etwas konkret dazu zu sagen.

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