Demo für vierte Kita

Staufenberg: Initiative Kitamangel bringt über 100 Menschen auf die Straße

Die Initiative „Kitamangel Staufenberg“ hatte zu einer Demo geladen. Etwa 110 Teilnehmer nahmen teil. Ihre Forderung: mehr Kitaplätze in der Gemeinde.
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Die Initiative „Kitamangel Staufenberg“ hatte zu einer Demo geladen. Etwa 110 Teilnehmer nahmen teil. Ihre Forderung: mehr Kitaplätze in der Gemeinde.

Demonstration im Staufenberger Ortsteil Landwehrhagen. Etwa 110 Menschen hatten sich am 20.04.2021 versammelt. Die Initiative „Kitamangel Staufenberg“ rief dazu auf.

Landwehrhagen – Großes Spektakel in Landwehrhagen: Zu einer Demo der kürzlich gegründeten Initiative „Kitamangel Staufenberg“ kamen etwa 110 Demonstranten. Sie zogen vom Ortseingang an der Spiekershäuser Straße bis zum Rathaus. Die Ortsdurchfahrt war deswegen ab etwa 17 Uhr bis 18 Uhr gesperrt. Motto der Demonstration war „Wir wollen in die Kita“.

Staufenberg: Vierte Kita wird benötigt

Thomas Kaiser (links, oben) und Thomas Krieter (rechts, oben) von der Initiative.

Hintergrund ist, dass es in der Gemeinde Staufenberg an Betreuungsplätzen in Kitas und Krippen mangelt und dass die Verantwortlichen, laut den Demonstranten, zu wenig unternehmen. „Wir sind hier, wir sind laut, dass ihr uns die Kita baut“, „Vierte Kita in Staufenberg muss her“und „Ich will in die Kita“ waren nur einige der Losungen, die in Sprechchören durchgegeben wurden oder auf Schildern zu lesen waren. Am Rathaus angekommen wurde eine Bühne für einen der Initiatoren, Thomas Kaiser, bereitet.

Er wendete sich an die Versammelten. Auch Bürgermeister Bernd Grebenstein und Mitglieder der Grünen und der CDU-Ratsfraktion waren vor Ort, um das Gespräch zu den Demonstrierenden zu suchen. „Die Situation hat sich zugespitzt, es geht um eine vierte Kita in Staufenberg“, sagte Kaiser, darauf folgte Beifall der etwa einhundert Versammelten.

Laut den Informationen der Initiative würden über 80 Betreuungsplätze fehlen, Kita- und Krippenplätze. Ein Problem sei auch, so Kaiser, dass Kinder zwar in die Krippe kommen aber dann nicht in die Kita und sie so aus ihrem sozialen Umfeld geressen würden.

Bürgermeister Grebenstein: „Wir befinden uns in einer schwierigen Situation“

Zudem würden neue Baugebiet in der Kommune den Druck weiter erhöhen. „Mehr Familien mit Kindern ziehen nach Staufenberg“, sagt Kaiser. So würden sich die Probleme weiter verlagern. Am Ende seiner Megafon-Rede stand die Aufforderung, dass sich Landkreis, Land Niedersachsen und die Gemeinde an einen Tisch mit der Initiative „Kitamangel“ setzen und eine Lösung ausarbeiten.

Bürgermeister Bernd Grebenstein spricht zu den Demonstranten in Staufenberg. Die Situation sei ernst.

Bürgermeister Bernd Grebenstein meldete sich danach zu Wort. „Wir befinden uns in einer schwierigen Situation“, leitete er seine Ansprache ein, die von „In einer beschissenen Situation“ von einer Demoteilnehmerin unterbrochen wurde. Es fehlten natürlich Plätze, trotzdem seien die Zahlen der Initiative falsch. Grebenstein spricht von 55 Plätzen die fehlen. „Wir können nicht alles auf einmal, Geduld ist gefragt.“ Das sorgte für weitere Zwischenrufe.

Polizei: Demonstranten in Staufenberg waren „vorbildlich“

„In den nächsten Tagen wird ein Stufenplan vorgelegt“, kontert der Bürgermeister. Lösungen sei ein Waldkindergarten in Escherode. Zudem solle die Dorfgemeinschaftsanlage in Uschlag als Übergangslösung genutzt werden bis – ebenfalls in Uschlag – Kita-Container aufgebaut werden.

Ziel sei, dass eine Planung für eine „feste Kita“ abgeschlossen werde. Eine Spitze konnte sich Grebenstein nicht verkneifen: „Eigentlich müssten sie vor dem Kreishaus in Göttingen demonstrieren“, sagte er und spielte damit auf die Verantwortung des Landkreises an. Im Anschluss an die Redebeiträge gab es Raum für Diskussionen. Die Polizei bezeichnete das Verhalten der Teilnehmer als „vorbildlich“. Masken und Abstand waren Pflicht. (Jens Döll)

Bereits Anfang 2020 hieß es, die Frage müsse gelöst werden, wie zusätzlich neue Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden können. Zudem war 2018 die Rede von Klagen, wenn die Gemeinde keine Kitaplätze schaffe. Das Problem fehlender Kitaplätze treibt Staufenberg also schon seit geraumer Zeit herum.

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