Deutliche Einschnitte in Apotheken-Landschaft: Zahl der Betriebe nimmt ab

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Landkreis Göttingen. Die Zahl der Apotheken in Deutschland hat einen Tiefpunkt erreicht: Ende 2014 habe man den niedrigsten Stand seit 1992 verzeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), die sich dabei auf die gemeldeten Apothekenbetriebserlaubnisse von den Landesapothekerkammern bezieht.

1992 habe es bundesweit 20 350 Apotheken gegeben - Ende 2014 waren es 20 441. 2008 dagegen 21 602.

Diese Entwicklung macht auch vor dem Landkreis Göttingen nicht Halt. „2006 waren es noch 72 Apotheken, 2013 nur noch 68 und heute sind 66 Apotheken verzeichnet“, sagt Anja Hugenberg, Sprecherin der Apothekerkammer Niedersachsen. „Seit Jahren schließen mehr Apotheken als neu eröffnen.“

Hann. Münden hat derzeit noch sieben Apotheken, Staufenberg und Dransfeld jeweils zwei. In kleineren Orten drumherum ist keine einzige Apotheke zu finden. Dazu kommt, dass die Inhaber dieser Betriebe immer älter werden: „Im Landkreis Göttingen arbeiten 42 angestellte und selbstständige Apotheker, die 60 Jahre oder älter sind. Davon sind 13 bereits mindestens 70 Jahre alt“, sagt Hugenberg.

Bei 25 Apotheken pro 100 000 Einwohner liege die Apothekendichte in Deutschland, laut Mitteilung der ABDA, unter dem EU-Durchschnitt (31 Apotheken pro 100 000 Einwohner). Im Landkreis Göttingen leben knapp 260 000 Menschen. Auch hier kommt man bei 66 Apotheken auf den bundesweiten Durchschnittswert.

Gerade auf dem Land hänge die Apothekendichte auch mit der Facharztversorgung zusammen, so Hugenberg. „Schließen Ärzte ihre Praxen auf dem Land, trägt sich auch die Apotheke vor Ort nicht mehr. Denn anders als in der Stadt fehlt diesen Apotheken die Laufkundschaft. Sie leben vorrangig von ihren Stammpatienten.“ (mhb)

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