Landratswahl: SPD nennt designierte CDU-Kandidatin Stollwerck-Bauer „Notlösung“

„Die ist doch überfordert“

Kreis Göttingen. Nach beißender CDU-Kritik an der Nominierung des SPD-Landratskandidaten Bernhard Reuter (56, Osterode) haben die Sozialdemokraten im Kreis nun die Retourkutsche gestartet. Mit Dinah Stollwerck-Bauer (34, Adelebsen) präsentiere die CDU eine Gegenkandidatin, die man nur als Notlösung bezeichnen könne, spöttelte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Jörg Wieland: Die junge Frau sollte sich gut überlegen, ob sie sich mit der Dimension des Landratsamtes nicht etwas zuviel zumute.

Stollwerck-Bauer war, wie berichtet, am Freitagabend von den Spitzen des CDU-Kreisverbandes und der CDUKreistagsfraktion einstimmig als Landratskandidatin vorgeschlagen worden. Sie amtiert seit 2006 als Bürgermeisterin von Adelebsen.

Doch schon in dieser örtlich begrenzten Funktion gebe die Christdemokratin kein überzeugendes Bild ab, meint Jörg Wieland. So erinnerte der SPD-Fraktionschef an die Schließung des Adelebser Klausner-Werks mit dem Verlust von über 200 Arbeitsplätzen. Mit diesem Ereignis sei Bürgermeisterin Stollwerck-Bauer hoffnungslos überfordert gewesen. Die CDU sollte deshalb gut überlegen, ob sie sich und ihrer Kandidatin einen Gefallen tue.

Wieland: „Das Amt des Landrats bringt eine große Verantwortung mit sich und sollte von Persönlichkeiten besetzt werden, die ausreichend Lebens- und Berufserfahrung einbringen können. Das ist bei dieser Kandidatin noch nicht vorhanden.“

Schon als Bürgermeisterin habe sie keinerlei wirtschaftsfördernde Impulse gesetzt, fuhr der Sozialdemokrat fort. Es wäre deshalb besser, wenn sie erst einmal die Dinge in Adelebsen ordne, bevor sie sich Größeres zumute.

Das sieht auch der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Adelebsen und Kreistagsabgeordnete Kurt Prutschke so: Man hätte sich mehr Präsenz in der eigenen Gemeinde und in der Verwaltung gewünscht, auch in der Zeit vor der Geburt ihres Kindes. Die seinerzeit häufige Führungslosigkeit der Verwaltung könnte sich der Landkreis bei seiner Größe jedenfalls nicht erlauben.“

In der CDU dagegen stärkt man Dinah Stollwerck-Bauer den Rücken. „Mit ihr haben wir eine junge und doch erfahrene Kommunalpolitikerin für die Kandidatur gewinnen können”, so der CDU-Kreisvorsitzende Fritz Güntzler. „Sie ist sehr engagiert und bürgernah und die ideale Besetzung für das Landratsamt.“ Frau Stollwerck-Bauer sei eine absolute Wunschkandidatin.

Vor ihrem Amtsantritt in Adelebsen leitete die studierte Volljuristin und Betriebswirtin das Abgeordnetenbüro des CDU-Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer in Berlin und war von 2001 bis 2003 Geschäftsführerin des CDU-Stadtverbandes Göttingen.

Sowohl Stollwerck-Bauer als auch ihr SPD- Gegenkandidat Reuter müssen von den Mitgliederversaammlungen ihrer Parteien noch offiziell bestätigt werden. Bei der CDU ist die Wahl für den 3. März terminiert, bei der SPD bereits für den 26. Februar. (asc)

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