Musik, Performance, Kabarett

DKKD in Hann. Münden: Männer, die auf Flaschen pfeifen

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„GlasBlasSing“ demonstrierte im Rittersaal vor 300 Besuchern, wie klangvoll Leergut sein kann.

„Liedgut auf Leergut“. Schwer, sich darunter etwas vorzustellen, wenn man nicht die GlasBlasSing-Band aus Berlin in Hann. Münden gehört und gesehen hat.

So im Rittersaal beim Abendprogramm des Denkmalkunst-Festivals. Vor 300 Gästen, über 50 warteten draußen auf einen eventuellen Einlass nach der Pause, brachten die als Quartett Flaschen zum Klingen, was in Publikumsreihen für Bewunderung und Begeisterung sorgten.

Es war nicht das erste Mal, dass die vier Musiker bei DenkmalKunst aufgetreten sind. In seiner Begrüßung erinnerte Hermann Staub, Vorsitzender des Vereins DenkmalKunst e.V. daran, dass sie beim Festival 2011 in der Destille, dem heutigen Badezimmer von seiner Frau und ihm aufgetreten sind. Denn das Gebäude wurde restauriert und entstanden sind schöne Wohnungen.

Nach dem Einstieg des Instrumentalstücks „Popcorn“, ploppten die Musiker mit den Daumen im Flaschenhals, ein russisches Volkslied.

Es folgten bekannte Queen-Songs wie „Don’t Stop Me Now“ und „Radio Gaga“, sowie weniger bekannte Stücke und Eigenkompositionen, beispielsweise ein Lied über den peinlichen öffentlichen Gebrauch von Kosenamen.

Beeindruckend war, dass sich ganz normales Leergut in Händen von Jan Lubert, Andreas Lubert, David Möhring und Frank Wegner zu Instrumenten entwickelte, die wie Schlagzeug, Bass, Gitarre, Flöte oder auch Steeldrum klangen. „Wir bringen nur Gute-Laune-Songs“, versprach Jan Lubert. Doch egal welchen Song die Vier präsentierten, das Publikum war vom „Flaschmop“ hin und her gerissen. Kaum vorstellbar, dass sich auf kleinen Flaschen, großen Flaschen, Flaschen aus Glas, Plastik, und Blech, in durchsichtig, braun, grün, oder braun, durch ploppen, pusten, ratschen, schütteln, zupfen, klappern und knistern Musik machen lässt. Da werden Melodien nicht nur mit Daumen „geploppt“ es wird auch mundgeblasen und in Flaschenhälse geflötet. Auch zwischen den Songs und in den eigenen Texten verstand es GlasBlasSing vorzüglich, dem Publikum Comedy pur zu bieten, mal einstudiert, mal improvisiert. Vor über zehn Jahren haben sie als Straßenmusiker die Flaschenmusik praktiziert und dann weiter kontinuierlich perfektioniert.

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