Seit 1996 im Amt

Ingrid Rüngeling gibt nach 25 Jahren ihr Bürgermeisteramt ab

Ingrid Rüngeling hat für ihr kommunalpolitisches Engagement 2019 das Bundesverdienstkreuz erhalten.
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Ingrid Rüngeling hat für ihr kommunalpolitisches Engagement 2019 das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Ingrid Rüngeling (Freie Wählergemeinschaft) gibt nach mehr als 25 Jahren ihr Amt als Bürgermeisterin auf. Sie hat seit 1996 die Gemeinde Scheden mit den Ortsteilen Scheden, Dankelshausen und Meensen geleitet.

Scheden – „In Scheden hat mal ein Junge gefragt: Dürfen denn auch Männer Bürgermeisterin werden?“, erinnert sich Ingrid Rüngeling. „Ja das dürfen sie“, sagt die 73 Jährige. Und so gibt sie nach mehr als 25 Jahren ihr Amt an Karsten Beuermann ab.

Amtsmüde sei sie noch lange nicht. Doch sei es nun an der Zeit, dass die nächste Generation Verantwortung für die Gemeinde Scheden übernimmt und ihre Ideen einbringt. Bereits bei der Wahl 2016 habe sie ihr Amt zur Verfügung gestellt, doch sei berufsbedingt kein Nachfolger gefunden worden. Dem neuen Bürgermeister will sie nun beratend zur Seite stehen und bleibt auch dem Gemeinderat weiterhin als Mitglied der Freien Wählergemeinschaft erhalten.

Seit 1986 ist Ingrid Rüngeling Mitglied im Rat der Gemeinde Scheden, wie sie berichtet. Am 29. April 1996 wurde sie als Bürgermeisterin vereidigt, ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl, da ihr Vorgänger erkrankt war. Damals sei sie aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz als Steuerberaterin eingesprungen. „Nach einem halben Jahr hat der Rat gesagt, ich soll das ruhig weitermachen.“ Rita Trümper, Sekretärin im Gemeindebüro, und Kurt Steckel, ständiger Vertreter der Bürgermeisterin, haben ihr „das Handwerk beigebracht“.

Nach der 950-Jahrfeier von Scheden war ihr erstes Projekt die Errichtung einer Toilettenanlage auf dem Grillplatz, erzählt Ingrid Rüngeling. Nach der Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm stellte die Gemeinde ihren ersten Mitarbeiter ein, um die Masse an Förderanträgen zu bewältigen: Klaus Wolfram. Über die Jahre seien so mehrere Millionen Euro in die Gemeinde geflossen. Als „Mammutaufgabe“ bezeichnet sie den Bau des Kreisverkehrs an der B3 und das Gewerbegebiet am Ortseingang von Scheden. Dabei sei ihr Gemeinderatsmitglied Dieter Kamm eine große Hilfe gewesen.

Ein wichtiges Anliegen ist Ingrid Rüngeling die Entwicklungsmöglichkeit des ländlichen Raumes. Mehrere Landes- und Raumordnungsprogramme (LROP/RROP) hat sie begleitet. 2014 hat sie eine Resolution mit 70 Bürgermeistern in die Wege geleitet, um sich gegen Einschränkungen in einer Änderung des LROP zu wehren. „Ich hab manchmal den Eindruck, wir werden als Energieträger für Städte missbraucht. Nach dem Motto: Windkraft ja, Gewerbegebiet nein. Das ist etwas, das mich ärgert.“ Und für diese Herzensangelegenheit will sich Ingrid Rüngeling auch weiterhin im Dransfelder Samtgemeinderat und im Göttinger Kreistag einsetzen. Für dieses unermüdliche Engagement ist sie bereits 2019 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

„Ich habe mich immer als Team des Rates verstanden“, sagt die ehemalige Bürgermeisterin. Dass sie lange Zeit die einzige Frau im Rat gewesen ist, sei nie ein Problem gewesen. Hin und wieder sei sie mit mehreren Ratsmitgliedern beim Landkreis aufgelaufen, um für ihre Anliegen vorzusprechen. „Wir alle wollen unsere drei Dörfer – Dankelshausen, Scheden, Meensen – voranbringen.“

Von Kim Henneking

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