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„Dornauszieher“ brachte den Durchbruch – Original steht im Mündener Welfenschloss

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Von: Bettina Wienecke

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Bei der Finissage der Eberlein-Ausstellung: Ulla Gotthardt gewann bei der Tombola einen signierten Band des neuen Werkverzeichnisses von Rolf und Rudo Grimm. Das Städtische Museum in Hann. Münden zeigt das getönte Gipsmodell des Dornausziehers von Gustav Eberlein in der Dauerausstellung.
Bei der Finissage der Eberlein-Ausstellung: Ulla Gotthardt gewann bei der Tombola einen signierten Band des neuen Werkverzeichnisses von Rolf und Rudo Grimm. Das Städtische Museum in Hann. Münden zeigt das getönte Gipsmodell des Dornausziehers von Gustav Eberlein in der Dauerausstellung. © Bettina Wienecke

Mit dem „Dornzieher“ schaffte Gustav Eberlein den Durchbruch als Bildhauer. Bei der Finissage seiner Ausstellung im Welfenschloss gewann Ulla Gotthardt einen wertvollen Preis.

Hann. Münden – 1732 Besucher haben das Städtische Museum im Welfenschloss seit der Öffnung am 1. April nach der Winterpause bis Ende Oktober 2022 besucht.

Nach der Finissage der Ausstellung „Von Münden in die Welt!“, die anlässlich des 175. Geburtstages des Bildhauers, Malers und Poeten Gustav Eberlein (1847-1926) stattfand, bleibt es wieder bis Anfang April geschlossen. Ulla Gotthardt aus Hannover gewann bei der Tombola zur Finissage den ersten Preis, einen signierten Band des neuen Eberlein-Werkverzeichnisses von Rolf und Rudo Grimm. Das Titelbild zeigt den „Dornauszieher“ von Gustav Eberlein.

Original von „Dornauszieher“ im Städtischen Museum zu sehen

Das Gipsoriginal aus dem Jahre 1879 ist im Städtischen Museum in Münden zu sehen. Der Berliner Architekt Martin Gropius (1824-1880) stellte dem gebürtigen Spiekershäuser ein Atelier zur Verfügung, in dem er den Dornauszieher schuf.

Mit ihm gelang dem Künstler der Gründerzeit der Durchbruch als Bildhauer. Zwei Studienreisen nach Italien inspirierten Eberlein zuvor nachhaltig. Die Meister der italienischen Renaissance, vor allem Michelangelo Buonarroti, begeisterten ihn und beeinflussten ihn besonders in seiner ersten Schaffenperiode von 1870 bis 1882, die stark von antiken Motiven geprägt war.

Mamor-Original vom Dornauszieher steht in Berlin

Mit der Skulptur des Dornausziehers erzielte Eberlein die kleine Goldmedaille der Akademie der Künste und wurde Lehrer für figürliche Bildhauerei am Kunstinstitut des Berliner Gewerbemuseums.

Der Dornauszieher ist ein junger Hirte, der dabei ist, sich einen Dorn aus dem Fuß zu entfernen. Im Mittelalter wurde ein Dorn, der „Stachel im Fleisch“, als Symbol der Erbsünde angesehen und der Dornauszieher als Darstellung des vom richtigen Weg abgekommenen Sünders gedeutet. Seit der Neuzeit verkörpert er nun auch die Grazie.

Bei der Finissage der Eberlein-Ausstellung: Ulla Gotthardt gewann bei der Tombola einen signierten Band des neuen Werkverzeichnisses von Rolf und Rudo Grimm. Das Städtische Museum in Hann. Münden zeigt das getönte Gipsmodell des Dornausziehers von Gustav Eberlein in der Dauerausstellung.
Bei der Finissage der Eberlein-Ausstellung: Ulla Gotthardt gewann bei der Tombola einen signierten Band des neuen Werkverzeichnisses von Rolf und Rudo Grimm. Das Städtische Museum in Hann. Münden zeigt das getönte Gipsmodell des Dornausziehers von Gustav Eberlein in der Dauerausstellung. © Bettina Wienecke

Das Gipsoriginal gehört zu den Werken, die Eberlein bei der Gründung des „Eberlein- und Altertümermuseums“ 1898 ins Welfenschloss brachte (heute: Städtisches Museum). Während das Gipsmodell dort in der Dauerausstellung gezeigt wird, wurde das Marmor-Original 1886 von der Nationalgalerie in Berlin angekauft.

Es wird im Treppenhaus der Alten Nationalgalerie Berlin auf der Museumsinsel präsentiert.

Das Städtische Museum am Schlossplatz 5 wird nach seiner Winterpause Anfang April 2023 wieder öffnen.

Infos unter: hann.muenden.de und gustav-eberlein.org

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