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Das Sandmännchen zu Gast im Museum in Scheden

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Von: Bettina Wienecke

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Wohngemeinschaft: Die beiden Versionen des Ost-Sandmännchens schauen aus ihrem „Fernseh-Haus“ in Marianne Beuermanns Heimatmuseum in Scheden.
Wohngemeinschaft: Die beiden Versionen des Ost-Sandmännchens schauen aus ihrem „Fernseh-Haus“ in Marianne Beuermanns Heimatmuseum in Scheden. © Bettina Wienecke

„Sandmann, lieber Sandmann.“ Die Putzigen Figuren und anderes Spielzeug kann man im Heimatmuseum in Scheden sehen. Marianne Beuermann weiß zu ihnen etwas zu erzählen.

Scheden – Wer in Oberscheden auf dem roten Sofa in Marianne Beuermanns Heimatmuseum im 1950er-Jahre-Zimmer Platz nimmt und dort vielleicht sogar heiratet, wird heimlich von zwei putzigen Gesellen beobachtet. Zwei Versionen des Ost-Sandmännchens teilen sich dort ein Fernseh-Haus mit einem Bildschirm als Fenster. Einer von ihnen weist bereits leichte Gebrauchsspuren auf: Seine Nase ist angeschlagen und ein Hosenträger heruntergerutscht.

Vor knapp 200 Jahren kam der Sandmann bereits in Erzählungen von E.T.A. Hoffmann und Hans Christian Andersen vor. Die beliebte Fernsehversion soll inzwischen seit 63 Jahren Kleinkinder zum Ins-Bett-Gehen motivieren. „Der Sandmann im grünen Dienstanzug stammt aus dem Vogtland und war ein Geschenk an meine Kinder“, berichtet Marianne Beuermann. „Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht so weit. Wir senden erst den Abendgruß, ehe jedes Kind ins Bettchen muss, du hast gewiss noch Zeit“, erklingt es bei seinem Anblick in Gedanken.

Wackelfigur: Drückt man mit dem Daumen unter das Podest, sinkt die kleine Figur zusammen. Beim Loslassen richtet sie sich voller Schwung wieder auf.
Wackelfigur: Drückt man mit dem Daumen unter das Podest, sinkt die kleine Figur zusammen. Beim Loslassen richtet sie sich voller Schwung wieder auf. © Bettina Wienecke

Nach der Wende wurden die Ost-Sandmännchen-Sendungen eingestellt. Nach Protesten wurde der Publikumsliebling jedoch kurz darauf mit seinen Freunden, wie dem Kobold Pittiplatsch, wieder ins Programm genommen. In der Zeit von 1959 bis 1990 kamen zwei verschiedene Fernseh-Sandmännchen zu den Kindern. Beim West-Sandmännchen, das eher wie ein Seemann aussah, hieß es: „Kommt ein Wölkchen angeflogen, schwebt herbei ganz sacht, und der Mond am Himmel droben hält derweil schon Wacht. Abend will es wieder werden, alles geht zur Ruh. Und die Kinder auf der Erde machen bald die Äuglein zu. Doch zuvor, von fern und nah ruft’s: Das Sandmännchen ist da!“ – „Nun liebe Kinder gebt fein acht, ich hab euch etwas mitgebracht.“

Ein weiterer Klassiker im Museumshof Scheden der Familie Beuermann ist die kleine rote Wackel- oder Drückfigur. Der Schweizer Walter Kourt Walss hat diese Figuren im Jahr 1926 entwickelt: Ihr Markenname Wakouwa setzt sich aus seinen Anfangsbuchstaben zusammen. Meist sind es Tierfiguren und Hampelmänner mit schräg stehenden Beinen aus Perlen und weiteren Einzelteilen, in denen federgespannte Schnüre stecken. Durch das Drücken einer kleinen Platte unter dem Podest mit dem Daumen lässt die Spannung nach und die Figur sinkt in sich zusammen. Lässt man die Platte nach kurzer Zeit los, spannen sich die Fäden und das Objekt richtet sich voller Schwung, fast schon fröhlich, wieder auf. (Bettina Winecke)

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