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Feinwerkmechaniker aus Niemetal ist der Beste in seinem Beruf

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Von: Thomas Schlenz

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Niko Freter, Feinwerkmechaniker beim Imbser Unternehmen perfect in technic, wurde als bester Auszubildender in seinem Fach in Niedersachsen ausgezeichnet.
Niko Freter, Feinwerkmechaniker beim Imbser Unternehmen perfect in technic, wurde als bester Auszubildender in seinem Fach in Niedersachsen ausgezeichnet. © Thomas Schlenz

Feinwerkmechaniker Niko Freter aus Niemetal gehört zu den besten. Er wurde beim Leistungswettbewerb des Handwerks in Celle ausgezeichnet. Seinen jetzigen Job holte er sich am Tresen.

Imbsen – In einer von außen unscheinbaren Werkhalle in Imbsen arbeitet er: Niedersachsens bester Feinwerkmechanikergeselle, Niko Freter. Ausgezeichnet wurde der 23-Jährige beim Leistungswettbewerb des Handwerks in Celle. „Ich wusste, dass ich gut bin, diese Ehrung habe ich aber nicht erwartet“, sagt Freter, der seine Ausbildung beim Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen gemacht hat.

Niemetal: Ausbildung statt Studium

„Nach dem Abitur wollte ich nicht studieren. Ich hatte bereits zuvor zwei Praktika in dem Bereich absolviert. Das hat mir gut gefallen. Deswegen habe ich mich für den Bereich Metall entschieden“, so Freter. Seine Lehrer seien skeptisch gewesen: „Natürlich soll das Abitur auf ein Studium vorbereiten, aber während andere studieren, verdiene ich schon Geld“, erklärt der Feinwerkmechaniker. Auch rückblickend sei er froh, sich für die Ausbildung und nicht für das Studium entschieden zu haben. Perspektiven gebe es auch nach einer Lehre: „Ich kann mir gut vorstellen, noch den Meister oder den Techniker zu machen“, sagt Freter.

Der Vorteil der Ausbildung beim Max-Planck-Institut sei gewesen, das er sich die ersten zwei Jahre komplett auf den Lehrstoff konzentrieren konnte und erst im dritten Jahr Aufträge für das Institut bearbeiten musste. In einer kleinen Firma werde man dagegen häufig von Beginn an in den normalen Arbeitsalltag eingebunden.

Dass er von seinem Lehrbetrieb nicht übernommen wurde, sei schon vorher klar gewesen. „Es gab keine entsprechende Planstelle“, erklärt der 23-Jährige. Heute arbeitet Freter beim Unternehmen perfect in technic in Imbsen im Raum Hann. Münden. Wie er an diese Stelle gekommen ist? „Am Biertresen“, sagt Freter und lacht. Über Gespräche im Bekanntenkreis habe er von der Stelle erfahren; „das läuft auf dem Dorf oft so.“ Während er zuvor in die Universitätsstadt über 25 Kilometer weit pendeln musste, sind es heute nur noch vier Kilometer.

Bei Firma in Imbsen angefangen zu arbeiten

„Bei den Spritpreisen ist das natürlich ein wichtiges Argument.“ Aber auch sonst gefalle ihm die Arbeit bei seinem aktuellen Arbeitgeber sehr: „Man kennt sich, es ist ein gutes kollegiales Miteinander“, lobt Freter. In seinem Arbeitsbereich, der Fertigung, seien sie derzeit fünf Mitarbeiter. Die Auftragslage sei sehr gut, gearbeitet werde im Schichtsystem, damit die Maschinen möglichst ausgelastet sind. Zu seinen Aufgaben als Feinwerkmechaniker gehört das Fertigen und Zusammenbauen von Werkstücken.

„Wir machen Auftragsarbeiten, etwa an der CNC-Fräse“, erklärt er. Und was sagt sein Chef dazu, dass er den besten Feinwerkmechaniker im Land beschäftigt? „Der hat sich natürlich auch sehr über meine Leistungen und die Auszeichnung gefreut“, sagt der 23-Jähriger. Und wer weiß, vielleicht kommt bald noch eine weitere Auszeichnung oben drauf: „Am Freitag (11.11.2022) sind die Bundeswettkämpfe in Northeim. Ich bin gespannt, was kommt.“ (Thomas Schlenz)

Handwerk steht vor großen Herausforderungen. Es fehlen Fachkräfte. Im Landkreis Göttingen informierte die Agentur für Arbeit über die Lehrstellensituation. Zum Tag des Handwerks stellten wir in diesem Jahr eine Frau vor, die die erste Auszubildende in ihrem Betrieb war. Besondere, handwerklich filigrane Dachdeko gibt es aus Vellmar.

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