Anzeige soll erstattet werden

Tragendes Reh wurde bei Scheden totgebissen: Hund soll es gerissen haben

Rehe überqueren einen Waldweg im Winter
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Ein Hund hat wohl ein Reh bei Scheden totgebissen. (Symbolbild)

Ein Jagdhund soll bei Niederscheden ein Reh totgebissen haben. Das Tier war tragend. Der Jagdpächter will Anzeige erstatten.

Scheden – Ein mittelgroßer, rotbrauner Jagdhund hat offenbar am Freitag in der Gemarkung Niederscheden ein tragendes Reh gerissen. Davon zumindest geht Jagdpächter Reinhard Gerke aus Scheden nach jetzigem Stand der Ereignisse aus.

„Schön war das nicht“

Am vergangenen Freitag meldete sich bei ihm Gert Rosenthal aus Mielenhausen, der mit Fahrrad und seinem Border Collie in der Schedener Gemarkung hinter dem alten Bahntunnel unterwegs war. Er hörte klagende Schreie eines Rehs und fuhr in Richtung des Geräusches. Er sah zwar nicht, wie der Hund das Reh niedergerissen hat, jedoch bekam er die letzten Minuten des Todeskampfes des Rehs mit, das großflächige Verletzungen am Hals aufwies. „Schön war das nicht“, schildert Rosenthal seine Eindrücke.

Neben dem Reh der unbeaufsichtigte Hund, der an dem sterbenden Tier herumzerrte. Die Rasse konnte Rosenthal nicht eindeutig bestimmen. „Vielleicht ein Retriever, vielleicht ein Mischling“, sagt er. Auffällig sei aber das breite, genoppte Halsband in der gleichen Farbe wie die des Hundefells. Als Rosenthal am Reh angekommen war, ließ der fremde Hund vom Reh ab und nahm Reißaus in Richtung Wald. Dort verschwand er. Rosenthal folgte per Fahrrad dem Hund, konnte aber auch dort keinen potenziellen Halter ausmachen.

Jagdpächter Gerke: Immer auf die Hunde im Wald achten

Rosenthal berichtete Jagdpächter Gerke von dem Vorfall. „Ich werde Anzeige erstatten und würde mich freuen, wenn wir weitere Hinweise bekommen, welcher Hund das war“, sagt Gerke. Wenn ein Hund einmal gewildert und dann auch noch Erfolg gehabt habe, bestehe die große Gefahr, dass sich das schon bald wiederhole. Gerke appelliert an alle Hundehalter, besonders in dieser Zeit gut auf ihre Tiere aufzupassen. Zwar gelte der gesetzliche Leinenzwang erst ab 1. April (und dann bis 15. Juli, bei Verstößen drohen bis zu 5000 Euro Geldbuße), dennoch müsse sich der Hund immer im Einwirkungsbereich von Herrchen oder Frauchen befinden. Viele Rehe seien bereits hoch tragend, zudem gebe es auf Wiesen und Äcker kleine Junghasen.

„Auch die Wildschweine haben jetzt Frischlinge. Wenn ein Hund daran gerät und die Mutter ist in der Nähe, kann es auch für den Hund böse ausgehen“, sagt Gerke. (Christian Mühlhausen)

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