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Mühle gehörte seit Generationen Schedener Familie

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Von: Per Schröter

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Dieses Haus in der Quantzstraße 26 war über mehrere Jahrhunderte als Forthmühle bekannt. Heute erinnert ein kleines Namensschild daran.
Dieses Haus in der Quantzstraße 26 war über mehrere Jahrhunderte als Forthmühle bekannt. Heute erinnert ein kleines Namensschild daran. © Per Schröter

Die Forthmühle gehörte seit Generationen Schedener Familie. „Dieses Haus hat den 30-Jährigen Krieg überstanden“, sagt Barbara Beyes. Das Mühlrad und die Technik sind auch heute noch beeindruckend.

Scheden – Die Zeit der Müller und der Wassermühlen ist in Scheden längst vorbei. Fünf dieser technischen Bauwerke, in dem ein vom Wasser (in diesem Fall der Schede) in Drehung versetztes Rad ein Mahlwerk antreibt, gab es alten Aufzeichnungen zufolge in Oberscheden, eines in Niederscheden. Was kaum jemand weiß: Mitten im Dorf, in der Quantzstraße 26, ist eine dieser beeindruckenden Anlagen immer noch zu bestaunen. Und sogar das komplette Mühlwerk ist in dem Haus, das zu den ältesten im Dorf gehört, noch immer vorhanden.

Scheden: Mühle vor über 70 Jahren stillgelegt

Besitzerin Barbara Beyes hat über die Jahre dafür gesorgt, dass die Forthmühle auch knapp 70 Jahre nach ihrer Stilllegung immer noch gut in Schuss ist.
Besitzerin Barbara Beyes hat über die Jahre dafür gesorgt, dass die Forthmühle auch knapp 70 Jahre nach ihrer Stilllegung immer noch gut in Schuss ist. © Per Schröter

„Dieses Haus hat den 30-Jährigen Krieg überstanden“, sagt Barbara Beyes. Vermutlich im 16. Jahrhundert gebaut, steht die „Forthmühle“ heute unter Denkmalschutz. Diesen Namen trägt die Mühle, weil sie über mehrere Generationen Eigentum der Familie Forthmüller war und von ihr auch betrieben wurde.

Als Letzter betrieb Barbara Beyes´ Vater Willy, ein Nachkomme der Forthmüllers und zu seiner Zeit ein weit über die Dorfgrenzen hinaus gefragter Mühlenbauer, bis kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Mühle. „Zu uns kamen auch Kunden aus Hann. Münden und sogar von noch weiter her, um hier ihr Getreide mahlen zu lassen“, erinnert sich Barbara Beyes zurück.

Wunsch: mehr Menschen sollen die historische Mühle in Scheden besichtigen

Nachdem die Mehlproduktion dann eingestellt worden war – Willy Beyes war in seinem Haupterwerb als Mühlenbauer zu viel unterwegs – , wurde die Forthmühle von seinem Schwiegervater Heinrich Bürmann noch viel Jahre zum Schroten von Getreide genutzt, bevor sie Mitte der 1950er-Jahre im Zuge des „Mühlensterbens“ komplett stillgelegt wurde. „Die Mühle ist aber noch heute so gut in Schuss, dass man sie mit wenig Aufwand wieder anstellen und dort sofort wieder mahlen könnte“, betont Barbara Beyes.

Die 82-Jährige würde sich wünschen, dass viel mehr Menschen kommen, um sich die Forthmühle anzusehen. „Vor einigen Jahren kamen Kindergartengruppen und Schulklassen, aber da ist das Interesse scheinbar auch erloschen“, sagt sie. Aktuell sorgt sich Beyes um den Fortbestand ihrer Mühle. „Noch kümmere ich mich darum, dass sie erhalten bleibt“, sagt sie.

Dazu zähle auch ihr Kampf um das Wasserrecht, das ihr die Gemeinde schon seit Jahren entziehen will. „Was einmal wird, wenn ich nicht mehr bin, ist allerdings fraglich“, sagt Beyes und wirft einen sorgenvollen Blick auf ihre Forthmühle, die ihr so sehr am Herzen liegt. (Per Schröter)

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