ALFA kritisiert Einspruch der Stadt Göttingen gegen Bauland in Dransfeld

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Im Nordwesten Dransfelds hat die Stadt in der Verlängerung der Zaunstätte ein neues Wohnbaugebiet ausgewiesen.

Dransfeld. Anstatt Einwände gegen das geplante Baugebiet Zaunstätte in Dransfeld zu erheben, sollte die Stadt Göttingen froh sein, „wenn Umlandgemeinden wie Dransfeld Baugebiete planen und so ein wenig Druck vom Göttinger Wohnungsmarkt nehmen.

Statt dies zu verhindern, sollte sich die Göttinger Stadtverwaltung lieber gemeinsam mit der Kreisverwaltung und den Verwaltungen der Gemeinden rund um Göttingen für verbesserte Verkehrsverbindungen einsetzen. Politik muss für Menschen gemacht werden, nicht für die Idee eines Oberzentrums,“ schreibt Norbert Ullrich, Kreissprecher der Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (ALFA).

Damit reagiert ALFA auf einen Einspruch der Stadt Göttingen zum Bebauungsplan. Diese nennt darin den Plan „unzeitgemäß und verfehlt“ - angesichts des demografischen Wandels, der eine Schrumpfung Dransfelds erwarten lasse. Das Baugebiet würde die Entwicklung der Stadt Göttingen beeinträchtigen, heißt es im Einwand der Stadt weiter.

Demgegenüber spricht sich die Partei ALFA für das Baugebiet in Dransfeld aus. ALFA-Kreissprecher Norbert Ullrich meint: „Bezahlbarer Wohnraum in Göttingen ist schwer zu finden, denn es fehlt an Baugebieten in der Stadt Göttingen.“

Die Stadt Dransfeld nimmt den Einwand Göttingens zur Kenntnis, so Stadtdirektor Marco Gerls. Den Vorwurf, unzeitgemäß zu planen weist er zurück. Die Planung für die rund 40 Bauplätze basiere auf der Wohnbedarfsanalyse aus dem Jahr 2012: In der Stadt und den Ortsteilen war der Bedarf an Wohnraum überprüft worden und wie man dem Bedarf begegnen kann - zum Beispiel ging es auch darum, ob man diesen durch vorhandene Baulücken decken kann. Am Ende ergab „sich für die Stadt Dransfeld mit ihren Ortsteilen ein Wohnungsbaubedarf von 43,8 Wohnungen bis zum Jahr 2025, der nicht durch Innenentwicklungspotenziale gedeckt werden kann.

Entsprechend der Prognose im Entwurf des RROP (Regionaler Raumordnungsplan) Landkreis Göttingen 2010 wird pro Wohneinheit eine Bruttowohnbaulandfläche von 805 Quadratmetern zugrunde gelegt. Daraus ergibt sich schließlich ein Bruttobaulandbedarf von 3,53 Hektar für die Stadt Dransfeld mit ihren Ortsteilen bis zum Jahre 2025.

Im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 051 „Zaunstätte“ der Stadt Dransfeld wird die oben genannte Wohnbedarfsanalyse an die aktuelle Situation in Bezug auf die Innenentwicklung angepasst und in die Begründung zum Bebauungsplan eingearbeitet“, heißt es in der Abwägung der Stadt Dransfeld auf den Einspruch Göttingens.

Der Bebauungsplan Zaunstätte liegt noch bis zum 25. April im Dransfelder Rathaus zur Einsichtnahme aus. Er soll noch vor der Sommerpause als Satzung beschlossen werden. (tns)

Die Stadt Dransfeld hat die Unterlagen auch ins Internet gestellt, siehe: www.dransfeld.de, Ratsinformationssystem, Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt vom 7. März.

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