Applaus für gelungenes Theater-Experiment

Theaterstück wandelte auf „Traumpfaden“ (von links): Tim Meißner, Michelle Reuter, Dimitrios Tsetoulidis, Lara Henze, Tim Graunitz, Nils Ebbecke, Cédrine Witzke, Felix Beuermann, Ben Stahlmann, Melina Mechmershausen, Vanessa Renner, Lucie Katowiec, Leonora Gashi, Kevin Ladwig, Hasha Sharif und Daniel Jürga zeigten die geballte Spielfreude der kompletten Theater-AG. Foto: Hild

Dransfeld. Die 16 Theater-AG-Schüler der Schule am Hohen Hagen in Dransfeld überzeugten in diesem Jahr mit zum Teil selbst geschriebenen Texten und selbst entwickelten Szenen.

Ganz entgegen der bisherigen Aufführungen mit einem roten Faden durch eine feste Handlung war das diesjährigen Stück „Traumpfad“ ein absolut gelungenes Experiment.

Die Besucher wurden von den Leiterinnen der Theater-AG, Antje Lambers und Regina Mesche, an verschiedene Orte im Schulgebäude geführt, wo sie in Träume eintauchten.

Das dreiviertelstündige „Traumwandeln“ begann im Physikraum, der komplett abgedunkelt war. Mit blinkenden Stirnlampen eröffneten die Schauspieler mit einem Intro-Traumgedicht: „Du kämpfst wie wild für deinen Traum und fürchtest, dass er sich erfüllt. Albtraum, Dunkelheit, schweißgebadet immer tiefer fallend, fang mich auf.“

Und schon ging es in den nächsten Raum. Ein Chef, der wild in seinen Ordnern wühlt: „Wir können doch nicht insolvent gehen! So eine Scheiße hier! Ich brauche einen Tee, irgendwas zur Beruhigung, scheißegal, irgendwas“, mault er seine völlig überforderte Sekretärin an, die sich jedoch erst einmal selbst an den Strand träumt, während der Hausmeister in seinem Traum der Sekretärin bei seinem Heiratsantrag den Ring an den Finger steckt.

Weiter ging es zu den nächsten Träumern, die verteilt in ihrem Klassenraum zwischen den Besuchern sitzend Briefe vorlasen. Marlene: „Ich komme aus dem Pfingstcamp zurück. Ich habe mich wieder verliebt. Ich habe ihn viermal umarmt, beim Abschied, dreimal geküsst, einmal den gleichen Luftballon an den Mund genommen, einmal seinen Labello benutzt, einmal aus seiner Tasse getrunken“, himmelt sie Lennart aus der Ferne an. Zwei Jungen sitzen einander gegenüber: „Mädchen, sie sind so wahnsinnig arrogant. Sie geben einem ständig das Gefühl, man müsse etwas Unfassbares leisten, um in ihrer Nähe sein zu dürfen“.

So reihten sich die zum Teil auch skurrilen Träume, in denen Kinder in Mülltonnen krabbelten und sich weigerten herauszukommen, Alb- oder Liebesträume aneinander und endeten mit den Worten: „Träume und Wünsche müssen manchmal auch sterben wie Blumen im Winter. Aber ihre Samen überleben in der Erde bis zum nächsten Frühling.“ Vanessa Renner (15 Jahre, 10. Klasse) fasst die Spielfreude, die alle an den Tag legten, zusammen: „Es ist toll, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Wie zum Beispiel heute. Von der verwirrten Sekretärin in die einer bodenständigen Mutter.“ (ymh)

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