Bauausschuss: Windräder auf maximal 215 Meter begrenzen

Windkraftanlage Bischhausen, noch im Aufbau befindlich, Landkreis Göttingen. Foto: Schröter

Samtgemeinde Dransfeld. Die Anwohner haben sich eine Höhenbegrenzung von 185 Metern für die Windkraftanlagen zwischen Bördel und Jühnde gewünscht, doch das ließ sich nicht durchsetzen: Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss stimmte in seiner Sitzung einer Änderung des Flächennutzungsplanes zu, die nun eine maximale Höhe von 215 Metern erlaubt.

Diese Deckelung soll dann für beide neue Windvorrangflächen gelten. Die Samtgemeinde Dransfeld legt Windvorrangflächen fest, um zu steuern, wo Windkraftanlagen gebaut werden dürfen.

Sie musste sich den Entwurf des Flächennutzungsplanes noch einmal vorknöpfen, nachdem der Landkreis als Genehmigungsbehörde informiert hatte, dass der Plan so nicht durchgeht: Knackpunkt war dabei besagte Deckelung auf 185 Meter. Bei der Verabschiedung des Entwurfes war diese Schwachstelle bereits bekannt und mehrfach öffentlich diskutiert worden.

Das Votum für den Kompromissvorschlag erging einstimmig, wenn auch mehrere Ausschussmitglieder deutlich machten, dass ihnen diese Entscheidung schwerfalle. Das letzte Wort hat der Rat, der am 8. Dezember tagt. Nach den Weihnachtsferien würde der Plan dann öffentlich ausgelegt. In der Ausschusssitzung stellten Bürger ihre Fragen. Eine Zusammenfassung:

? Warum hat der Landkreis die Höhenbegrenzung auf 185 abgelehnt?

! Die Begründung, die auf dem Schutz des Landschaftsbildes basierte, wurde nicht anerkannt. Eine andere Begründung gebe der Standort aber nicht her, skizzierte Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers in der Ausschusssitzung.

? Hätte man nicht auf Basis des Denkmalschutzes die maximale Höhe der Anlagen festlegen können?

! Ein benachbartes Gehöft steht unter Denkmalschutz. Die Denkmalbehörde hatte aber keine Bedenken geltend gemacht.

? Der Schattenwurf schon von 185 Meter hohen Anlagen würde bereits die Fotovoltaikanlage auf dem Gehöft beeinträchtigen. Kann dieser Umstand nicht höhere Anlagen ausschließen?

! Es ist festgelegt, wieviel Schatten auf eine Fotovoltaikanlage fallen darf: maximal 30 Minuten am Tag und maximal 30 Stunden im Jahr. Das gilt unabhängig von der Höhe der Windkraftanlage.

Je höher die Anlage, desto länger der Schatten: Das kann bedeuten, dass die Anlage öfter abgeschaltet werden muss. Es ist Sache des Investors zu berechnen, ob sich das dann noch für ihn lohnt, nicht Sache der Samtgemeinde oder des Flächennutzungsplanes.

? Ist die Landschaftsbildstudie, auf deren Basis die Untere Naturschutzbehörde die Windvorrangfläche betrachtete, vollständig und umfassend?

! Die Studie ist in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde erstellt worden, sagte Diplomingenieur Gerd Kruse vom Hamburger Planungsbüro Elbberg. Das Landschaftsbild sei aber generell ein schwaches Argument, denn „beim Thema Landschaftsbild ist die Rechtslage sehr weit weg vom gesunden Menschenverstand.“

? Wieso darf nun eine Begrenzung von 215 Metern in den Plan geschrieben werden?

! Die heute üblichen Anlagen sind um die 210 Meter hoch. Mit einer Begrenzung auf 215 Meter setzt sich die Samtgemeinde nicht dem Vorwurf der „Verhinderungsplanung“ aus.

Man weiß aber nicht, wie hoch die Windkraftanlagen der nächsten Generation sein werden und will zumindest für künftige Bauvorhaben eine Obergrenze einziehen.

Die Linke, die keinen Vertreter im Bauausschuss hat, ist mit der dort befürworteten Änderung nicht einverstanden. Ulrich Maschke, Mitglied in der Partei Die Linke im Samtgemeinderat Dransfeld, gibt daher in die Ratssitzung (Dienstag, 8. Dezember, 18 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Meensen) einen Antrag, die Höhenbegrenzung für Windräder auf der Fläche zwischen Bördel und Jühnde doch auf 185 Meter festzusetzen. (tns)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.