Wenn der Hofstaat schwärmt

Bienenvolk versucht zwei Mal in Scheden umzuziehen

Imker Jürgen Brunow hat das Bienenvolk mit Wasser besprüht und es so beruhigt. Dann sägte er den Ast ab und nahm die Bienen mit hinunter, wo er sie in ihren Kasten setzte. Doch sie blieben nicht lange. Beim zweiten Mal folgte das Bienenvolk seiner Königin in einen Nadelbaum.
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Imker Jürgen Brunow hat das Bienenvolk mit Wasser besprüht und es so beruhigt. Dann sägte er den Ast ab und nahm die Bienen mit hinunter, wo er sie in ihren Kasten setzte. Doch sie blieben nicht lange. Beim zweiten Mal folgte das Bienenvolk seiner Königin in einen Nadelbaum.

Bienenschwarm machte sich auf die Suche nach neuem Zuhause.

Es ist schon beeindruckend, was für ein Summen in der Luft liegt, wenn sich ein ganzer Bienenschwarm auf die Suche nach einer neuen Behausung macht. So geschehen in Scheden.

Ein Bienenvolk von Hobbyimker Jürgen Brunow und Lebensgefährtin Maria Bernhardt hatte sich  aufgemacht, den Bienenstock zu verlassen, und der ganze Staat hing in einer riesigen Traube in der Krone eines Kirschbaums auf einem Nachbargrundstück. Überall schwirrte und summte es rund um den Baum.

Mit einer Leiter versuchte Brunow zu den Bienen zu gelangen, konnte aber nur einen Teil des Bienenstaats in einen Karton umsiedeln, da der Ast an dem sich die Königin niedergelassen hatte hoch oben und schwer zu erreichen war.

Nur einen Teil der Bienentraube konnte Brunow einfangen, in der Hoffnung, dass die Bienenkönigin dabei war, denn dann würden die anderen Bienen, ihrer Königin folgend, im Lauf des Tages in den Karton ziehen. Bis zum Abend war nicht klar, ob tatsächlich die Königin mit im Karton war, da eben noch eine beträchtliche Menge an Bienen als Traube in der Baumkrone hing.

Mischung aus Reaktion und Geduld

Die genaue Mischung aus Reaktion und Geduld war gefragt.

Die beiden Hobbyimker beschlossen, bis zum nächsten Morgen zu warten, in der Hoffnung, dass das Volk nicht entflog und für sie verloren ging. Tatsächlich waren dann aber ab dem frühen Morgen ein Großteil der Bienen im Karton und sollten in ihren neuen Stock wieder im Garten angesiedelt werden.

Ein Bienenvolk hängt im Baum.

Wenn nur nicht die Königin während der Umsiedelung in den Bienenkasten nochmals das Weite gesucht hätte und Ihr komplettes Gefolge mitgenommen hätte. Diesmal allerdings gut erreichbar in einer Tanne. Die erneute Umsiedelung war von Erfolg gekrönt und jetzt sammelt das Bienenvolk wieder für die Eigentümer fleißig Nektar für den „Schedener Honig“.

Erst 2019 hatten die beiden Imker mit zwei Bienenstöcken ihre Imkerei angefangen, die in dem Jahr bereits 50 Kilogramm Honig produziert hatte.

Es war ein Traum aus Bernhards Kindheit einmal selbst zu imkern, denn damals hatte sie während eines Imkerbesuchs auf einer Klassenfahrt beschlossen: „Wenn ich groß bin, mache ich das auch“. Zwei Bienenvölker wurden selbst gezogen, ein weiteres wurde hinzugekauft.

Regionale Produkte sehr gefragt

In diesem Jahr wird eine Honigernte von circa 90 Kilogramm erwartet. Die Verbundenheit mit der Natur, Nützliches für Mensch und Umwelt zu tun ist neben dem Spaß der Beobachtung der Völker der Antrieb zur Imkerei.

„Das Staatswesen zu beobachten, die Verständigung unter den Bienen, ihre unermüdliche Fleißigkeit wie sie den ganzen Tag Pollen und Nektar in den Stock bringen, ist schon faszinierend. Wir sitzen oft vor den Stöcken und schauen einfach nur zu“, erzählen die Beiden. Der Bestand der Völker soll weiterhin ausgebaut werden, da der Honig aus Scheden begehrt ist.

Unter anderem wurde er auch 2019/2020 auf dem Hann. Mündener Wochenmarkt angeboten und war in kurzer Zeit ausverkauft. „Die regionalen Produkte sind eben sehr gefragt“, so Brunow.

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