Rote Zahlen

Debatte um Sozialstation: Klares Votum für das DRK

MathiasEilers

Dransfeld. Die Anteile an der Sozialstation Münden/Staufenberg/Dransfeld aus der Samtgemeinde Dransfeld sollen ans Rote Kreuz verkauft werden. Dafür stimmte der Sozialausschuss.

Der Sozialausschuss der Samtgemeinde Dransfeld hat sich bei einer Enthaltung einstimmig für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ausgesprochen: Die Samtgemeinde-Anteile an der Sozialstation Münden-Staufenberg-Dransfeld sollen an das DRK verkauft werden, empfehlen die Ausschussmitglieder dem Rat. Die Ratsentscheidung fällt im Dezember.

MathiasEilers

Wie berichtet, hatte die Sozialstation im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben, was auch im laufenden Jahr nicht anders sein werde, wie der stellvertretende Geschäftsführer, Detlev Büchner, in der Ausschusssitzung berichtete. Das Defizit sei strukturell bedingt, weshalb Geschäftsführer Thomas Söhngen-Krone selbst eine Änderung der Struktur vorgeschlagen hatte, berichtete Ausschussvorsitzender Manfred Menke. Söhngen-Krone und die Mitarbeiter „leben die Sozialstation“ und hätten viel bewegt. Wenn selbst der Geschäftsführer dennoch in der alten Form keine Zukunft sehe, müsse die Politik darauf reagieren.

Die Sozialstation befinde sich in Konkurrenz zu privaten Pflegediensten, erläuterte Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers. Eine kommunale Beteiligung sei da nicht leistbar. Die beiden Bewerber um die Anteile, DRK und Arbeiterwohlfahrt, „lagen dicht beieinander“. Beide hätten ihre Konzepte vorgestellt, alle drei beteiligten Kommunen - außer der Samtgemeinde sind das auch die Stadt Hann. Münden und die Gemeinde Staufenberg - müssten sich nun für einen künftigen Betreiber entscheiden. Die Entscheidung müsse dabei einstimmig fallen.

Der Samtgemeindeausschuss sei über den Stand der Diskussion und der Entwicklung immer informiert worden, so Eilers in Richtung des Ratsherrn Ulrich Maschke, Die Linke. Maschke hatte kritisiert, dass es zu wenig Informationen über die Hintergründe des Anteilsverkaufs gebe und hatte mehr Transparenz gefordert. Man sei nicht von Anfang an an die Öffentlichkeit gegangen, um Mitarbeiter und Patienten der Sozialstation nicht unnötig zu verunsichern, so Eilers weiter.

Schließlich habe man auch den Betriebsrat der Sozialstation angehört, der sich für das Rote Kreuz ausgesprochen habe. Diese Empfehlung ging dann so in den Sozialausschuss.

ManfredMenke

Maschke sprach sich dennoch dagegen aus, die Sozialstation aus der öffentlichen Hand zu geben. Das DRK zahle den Mitarbeitern nur 90 Prozent dessen, was sie im öffentlichen Dienst bekommen - womit, räumte er ein, das Rote Kreuz noch gut dastehe.

„Bauchschmerzen“ bekundeten auch die Ausschussmitglieder Dr. Klaus Heinemann, der eine strukturelle Änderung dennoch für unvermeidbar hielt und für den Verkauf stimmte, sowie Ingrid Linde-Schwethelm, die sich der Stimme enthielt.

Der Gesellschaftsausschuss der Stadt Hann. Münden hatte sich in seiner vorigen Sitzung ebenfalls für den Verkauf an das DRK ausgesprochen. Das Thema steht auch auf der Tagesordnung der Ratssitzung in Hann. Münden heute Abend. (tns)

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