Die alten Hasen der Zucht

Dransfelder Kaninchenzüchter feiern 90-jähriges Bestehen

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Kaninchenzüchter Jens Quentin mit einem schwarzen Kleinrex, einem kastanienbraunen Lothringer und einem Löwenkopfkaninchen.

Ob klein oder groß, samtweich oder flauschig: Mit ihren wackeligen Stupsnäschen und kugelrunden Augen sind Kaninchen bei Kindern und Erwachsenen beliebte Haustiere.

Ob klein oder groß, samtweich oder flauschig: Mit ihren wackeligen Stupsnäschen und kugelrunden Augen sind Kaninchen bei Kindern und Erwachsenen beliebte Haustiere. Da wundert es nicht, dass der Rassekaninchenzuchtverein F26 Dransfeld am Samstag sein 90-jähriges Bestehen mit einer großen Ausstellung feiert.

Der Ursprung der Kaninchenzucht liegt aber nicht in der Haustierhaltung, berichtet der erste Vorsitzende des Vereins, Jens Quentin. „Kaninchen sind die kleinsten Nutztiere“, sagt der 41-Jährige. Mit der gezielten Zucht von Kaninchen habe man um 1880 begonnen. Damals seien sie, wie andere Tiere auch, ein Fleisch- und Felllieferant gewesen. Der Automobilkaufmann ist in seiner Freizeit als Preisrichter in der Rassekaninchenzucht aktiv. Anlässlich des 90-jährigen Bestehens seines Vereins hat er sich intensiv mit der Entstehung des Vereins auseinandergesetzt und schreibt gerade die Chronik.

Der Dransfelder Verein wurde 1929 gegründet und habe seitdem vier Vorsitzende gehabt. Früher habe fast jeder Kaninchen gehalten.

Früher noch zur Fleischherstellung

„Das war eine Möglichkeit, Fleisch selbst herzustellen“, sagt Quentin. In den Anfangsjahren habe der Verein deshalb viele Mitglieder gehabt. „In den schlimmen Jahren waren die Kaninchen dann Retter“, sagt Quentin, und meint damit die Zeit, als es im Krieg wenig zu Essen gab. Die Kaninchen wurden Ware und Tauschmittel. 

Nach dem Krieg hätten die Soldaten schließlich andere Rassen aus Belgien und Frankreich mitgebracht. Wie auch Quentins Lieblingsrassen, die Rexkaninchen und den kastanienbraunen Lothringer.

Weniger Züchter

Mit der Zeit seien Kaninchen nicht mehr wichtig für das Überleben gewesen und so verschwanden sie aus dem Alltag der Menschen. Auch die Mitgliederzahl in Dransfeld schwand von über 50 Personen Ende der 40er Jahre auf weniger als 20 Züchter Ende der 50er Jahre.

Quentin ist seit 2007 Vorsitzender des Vereins, der zur Zeit 26 Mitglieder zwischen 22 und 85 Jahren, sowie sechs Kinder in der Jugendgruppe habe.

Widmung zum 25-jährigen Bestehen des Vereins vom ersten Vorsitzenden Walter Lindemann

Die höchste Auszeichnung habe der Verein 2018 erhalten, berichtet Quentin stolz. Bei der Europameisterschaft in Dänemark seien Oliver Pagel zum Europameister und Oskar Pagel und Ole Quentin zum Jugend Europameister ausgezeichnet worden.

Auch Erwachsene finden gefallen 

„Zu uns führen ganz verschiedene Wege“, sagt Quentin. Er selbst habe mit einem Freund im Garten angefangen Kaninchen zu halten. Andere Erwachsene seien über die Kinder dazu gekommen, die sich immer weniger über ihre Haustiere kümmerten, und nun selbst daran Gefallen fanden.

Wieder andere suchten Rat zu Futter und Haltung, jemanden, der sich im Urlaub um die Tiere kümmert oder einfach die Gesellschaft von gleichgesinnten Kaninchenliebhabern. Quentins Tipp: Kaninchen benötigen Gesellschaft von Artgenossen und Platz. Am besten sollten sie außerhalb des Hauses gehalten werden.

„Es sind Pelztiere“, sagt er. Sonne und Regen vertragen sie nicht, aber Kälte mache ihnen nichts aus.

Hin und wieder esse auch er noch ein Tier aus der eigenen Zucht. Das falle natürlich nicht leicht, aber immerhin sei es seinen Tieren besser gegangen als denen in der Massenbodenhaltung. Die meisten verkaufe er an Haustierhalter oder Züchter, sagt Quentin.

Wer Fragen zu Kaninchen oder dem Verein habe, sei herzlich willkommen zur feierlichen Ausstellung in die Stadthalle zu kommen.

Die Ausstellung in der Stadthalle

Die Ausstellung des Rassekaninchenzuchtvereins F26 Dransfeld und Umgebung e.V. findet am Samstag, 16. November, von 15 bis 17 Uhr und am Sonntag, 17. November, von 9 bis 17 Uhr in der Stadthalle Dransfeld statt. Es werden Fotos und Dokumente aus der Geschichte des Vereins gezeigt. Vor dem öffentlichen Teil werden Preisrichter am Samstag die züchterische Leistung der Aussteller bewerten. Die Ergebnisse sind dem Ausstellungskatalog zu entnehmen.

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